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Digitale Audio-Workstation: Ardour 3.0 ist fertig

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Ardour 3 arbeitet jetzt auch als MIDI-Sequenzer.

(Bild: ardour.org)

Ardour-Chefentwickler Paul Davis hat die 3.0 seiner digitalen Audio-Workstation veröffentlicht. Wichtigste Neuerung ist die umfassende MIDI-Unterstützung des Mehrspur-Recorders: Ardour 3 arbeitet auch als MIDI-Sequencer. Ardour unterstützt dabei Instrument-Plug-ins im Steinberg-Format VST, dem AudioUnit-Format von Mac OS X sowie dem Linux-Standard LV2, Nachfolger des LADSPA-Formats. Der MIDI-Workflow wurde dem Audio-Workflow nachempfunden: Auf einem MIDI-Gerät gespielte Noten lassen sich in eigenen Tracks aufzeichnen und über einen Software-Synthesizer ausgeben.

Der neue Matrix-Dialog präsentiert die Ein- und Ausgänge von Ardour, der Hardware und anderer Audio-Anwendungen, die den JACK-Daemon nutzen. Das soll das Routen der Signalwege vereinfachen; die alte Methode über Menüs steht aber immer noch zur Verfügung. Ardour 3 verteilt jetzt auch die digitale Signalverarbeitung auf mehrere Prozessorkerne; der Anwender kann einstellen, wie viele Kerne maximal dafür verwendet werden dürfen. Der Export ist flexibler geworden: Ardour 3 kann mehrere Formate gleichzeitig exportieren und unterstützt Dateiformate mit mehr als zwei Audio-Kanälen.

MIDI wird in eigenen Tracks aufgezeichnet.

(Bild: ardour.org)

Daneben gab es eine Vielzahl kleinerer Änderungen und Verbesserungen, beispielsweise für Solo-Spuren oder beim "Rhythmus-Frettchen", das den Rhythmus einer Aufnahme analysiert. Diverse Änderungen an der grafischen Oberfläche sollen den Umgang mit Ardour effizienter machen; so zeigt die Track- und Bus-Liste jetzt mehr Informationen an. Die Einstellungen wurden konsequent in allgemeine Optionen und Einstellungen, die nur die aktuelle Recording-Session betreffen, unterteilt. Die Unterstützung für diverse Controller, darunter SSL Nucleus, Mackie Control Pro, Behringer BCF und Steinberg CMC, wurde erheblich verbessert.

Ardour 3 steht für Linux und Mac OS X im Quelltext unter GPL 2 zum kostenlosen Download zur Verfügung. Einen Überblick über die Fähigkeiten des MIDI-tauglichen Mehrspur-Recorders gibt die Feature-Seite. Für das kompilierte Programm ist eine einmalige Spende oder eine Subskription erforderlich. Eine Version für Windows bietet Davis, der von den Spenden und Subskriptionen lebt, nicht an; mit Harrison Mixbus existiert eine kommerzielle Software für Linux, Mac OS X und Windows, die auf Ardour basiert. (odi)