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Digitale Bibliothek Europeana kurz nach dem Start nicht mehr erreichbar

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Europeana, die digitale Bibliothek der Europäischen Union, ist kurz nach dem Start ihres Prototyps am gestrigen Donnerstag in die Knie gegangen. Das System habe 10 Millionen Zugriffen in der ersten Stunde nicht standgehalten, heißt es auf der nur auf Englisch gehaltenen Projekt-Website. Nun arbeiten die Betreiber nach eigenen Angaben an einer widerstandsfähigeren Version, die Mitte Dezember verfügbar sein soll.

Im April 2005 hatten sechs europäische Länder die EU aufgerufen, über die Vernetzung nationaler Projekte eine elektronische europäische Bibliothek zu schaffen. Zunächst war geplant, bereits 2007 zwei Millionen Bücher, Filme, Fotos, Manuskripte und andere Kulturgüter darüber zugänglich zu machen. Im Februar 2008 wurde dann dieser November als Starttermin genannt.

Die EU-Kommission bezeichnet Europeana als das "Sesam öffne Dich für Kunst, Kultur und Geschichte". Darin seien nun 3 Millionen Werke versammelt, darunter die Partitur der Neunten Symphonie von Beethoven, die französische Erklärung der Menschenrechte von 1789, die englische Magna Carta, Dantes Göttliche Komödie und die Gutenberg-Bibel.

Bisher stammt die Hälfte der Werke aus Frankreich, wie die New York Times berichtet. Dazu kommen hauptsächlich Beiträge aus den Niederlanden und Großbritannien. Deutschland, Spanien und Polen wollen laut EU-Kommission in den nächsten Monaten weitere Werke beisteuern. Ziel ist es, die Bibliothek bis 2010 auf schätzungsweise 10 Millionen Werke anwachsen zu lassen. Die EU-Kommission will dafür 119 Millionen Euro aufwenden. (anw)

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