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Digitale Dividende: Bundesnetzagentur weist Frequenzen zu

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Die Bundesnetzagentur hat am Montag den bei der Frequenzauktion im Mai 2010 erfolgreichen Unternehmen konkrete Frequenzen in den Bereichen 800 MHz und 2,6 GHz zugeordnet. Die ersten beiden Blöcke der "Digitalen Dividende" bei 800 MHz gehen an Telefónica-O2, teilte die Regulierungsbehörde in Bonn mit. Vodafone und der Telekom wurde die jeweils mittleren und oberen zwei Blöcke im Losverfahren zugewiesen. Darüber hinaus wurden den im 2,6-GHz-Bereich erfolgreichen Bietern die Frequenzblöcke paarweise zugelost.

Bei der Versteigerung im Mai war insgesamt 360 MHz Spektrum für Mobilfunkdienste unter den Hammer gekommen. Die vier Mobilfunkanbieter Telekom, Vodafone, Telefónica-O2 und E-Plus hatten zusammen knapp 4,4 Milliarden Euro für die Frequenzen geboten. Dabei wurde ein Großteil der Frequenzen nicht konkret versteigert, die Auktionsteilnehmer boten lediglich auf Kapazitäten in dem entsprechenden Spektrum. Den erfolgreichen Bietern wurden die konkreten Frequenzen nun gemäß dem vorab bekannt gegebenen Zuteilungsverfahren zugeordnet, nachdem die dreimonatige Frist für eine Einigung der Bieter untereinander ohne Ergebnis verstrichen war.

Im Bereich der Digitalen Dividende – den im Zuge der Digitalisierung der TV-Ausstrahlung frei werdenden Frequenzen im 800-MHz-Band – war lediglich der erste Block konkret versteigert worden. Die direkte Nachbarschaft zu noch aktiven TV-Frequenzen stellt besondere Anforderungen an den Frequenznutzer. Telefónica-O2, das im Bereich der Digitalen Dividende diesen und einen weiteren Block ersteigert hatte, bekam den benachbarten Block zugewiesen. Die verbliebenen vier Blöcke wurden paarweise im Losverfahren an Vodafone und die Telekom vergeben.

"Da nunmehr alle versteigerten Frequenzblöcke zugeordnet sind, liegt die schnelle Breitbandversorgung auch auf dem Land jetzt in den Händen der Unternehmen", erklärte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. "Die Netzbetreiber können nun ihre Netzplanung konkretisieren und ihre Netze zügig auf- und ausbauen." Die Digitale Dividende gilt als besonders geeignet, Breitbandangebote mit Mobilfunktechnik auch in dünner besiedelte Gebiete zu bringen – etwa mit LTE. "Mit neuen Techniken kann sich Breitband per Funk zu einer echten Alternative zum Breitbandfestnetz entwickeln", sagte Kurth.

Die Nutzung der Frequenzen der Digitalen Dividende ist an entsprechende Ausbauverpflichtungen gebunden, mit denen die Bundesregierung ihre Breitband-Initiative entscheidend voranbringen will. Bis Ende des Jahres sollen alle deutsche Haushalte mit mindestens 1 Mbit/s versorgt werden können. Bis 2014 sollen für mindestens 75 Prozent aller Haushalte Anschlüsse mit Übertragungsraten von 50 Mbit/s zugänglich sein.

Die Nutzer des 800-MHz-Spektrums müssen bis 2016 in den von den Bundesländern benannten unterversorgten Gemeinden 90 Prozent der Bevölkerung versorgen können. Dabei soll der Ausbau zuerst in kleinen Orten der höchsten Prioritätsstufe (bis 5000 Einwohner) erfolgen und danach stufenweise auch in größeren Städten erfolgen. Erst wenn in denen von einem Bundesland benannten Orte einer Prioritätsstufe 90 Prozent der Einwohner versorgt sind, kann in der Netzausbau in den größeren Gemeinden fortgesetzt werden. (vbr)