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Digitale Kluft verfestigt sich laut weltweiter Umfrage

Nach einer weltweiten Umfrage des Pew Research Center, für die über 45.000 Menschen in 47 Ländern im April und Mai befragt wurden, ist die digitale Kluft zwischen den reichen und armen Ländern tiefer geworden. Obwohl auch in den armen Ländern mehr Menschen mit Computern arbeiten, ist die Zahl derer, die sie regelmäßig benutzen, noch klein. Besonders stark hat in den letzten Jahren die Computernutzung in den osteuropäischen Staaten zugenommen, auch wenn sie in Bulgarien und Russland mit unter 40 Prozent und vor allem in der Ukraine mit 24 Prozent noch relativ gering ist.

In den westeuropäischen und nordamerikanischen Ländern benutzen laut Studie mehr als 70 Prozent der Menschen regelmäßig einen Computer, Ausnahmen sind Spanien und Italien. In Afrika verwenden nur in Südafrika, Mali oder der Elfenbeinküste mehr als ein Drittel der Menschen Computer. In Lateinamerika werden Computer am meisten in Venezuela, gefolgt von Bolivien und Brasilien benutzt.

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Im Nahen Osten gibt es große Unterschiede zwischen einer geringen Verbreitung in der Türkei, in Ägypten oder in Marokko und einer hohen wie in Israel, Palästina oder im Libanon. Die größten Unterschiede gibt es in Asien zwischen Südkorea (81 Prozent), Japan (66 Prozent) oder China (40 Prozent) und Bangladesch (5 Prozent), Pakistan (9 Prozent) oder Indonesien (11 Prozent).

Grafik: Pew Research

Die Länder, in denen die Menschen Computer regelmäßig nutzen, sind in der Regel auch diejenigen, in denen die Menschen meist selbst einen Computer besitzen. Während in den USA, Kanada und den westeuropäischen Ländern über 70 Prozent der Menschen, in Südkorea sogar 93 Prozent, einen Computer haben, ist dies in Bangladesch, Tansania, Uganda und Kenia nur bei 2 beziehungsweise 3 Prozent der Fall. In armen Ländern benutzen freilich oft weitaus mehr Menschen Computer, als es Besitzer gibt. In der Elfenbeinküste oder in Bolivien benutzen beispielsweise 41 respektive 46 Prozent Computer, aber nur 6 beziehungsweise 28 Prozent besitzen auch selbst einen.

Interessant ist, dass nach den Ergebnissen der Umfrage allgemein mehr Menschen das Internet als E-Mail nutzen. So gibt es in Südkorea mit 80 Prozent am meisten Internetnutzer, aber nur 57 Prozent verschicken auch E-Mails. Auf Südkorea folgen in der Internetnutzung mit 79 Prozent die Schweden, dann die US-Amerikaner, Briten und Franzosen. Bei den Deutschen sind es 66 Prozent, in der Tschechischen Republik 67, in Russland nur 25 Prozent. Ganz hinten stehen wieder Bangladesch, Pakistan, Tansania und Uganda.

Auch für Nachrichten wird das Internet vergleichsmäßig noch wenig genutzt. In Südkorea sagen 42 Prozent der Befragten, dass sie im Internet nach Nachrichten suchen, in den USA sind es 35 Prozent, in der Tschechischen Republik 34, in Frankreich oder Schweden nur noch 25, in Deutschland 19, in Spanien 12 oder in Italien 10 Prozent. Das führende Medium für Nachrichten bleibt weiterhin unangefochten das Fernsehen. Das Radio verliert, abgesehen von Tansania, Kenia oder Uganda an Bedeutung. Auch den Tageszeitungen gehen immer mehr Leser verloren. Über 10 Prozent sind in den vergangenen 5 Jahren die Leser von Tageszeitungen beispielsweise in den USA, in Kanada, der Tschechischen Republik, Deutschland, Italien, Großbritannien, aber auch in der Türkei, in Bolivien, in Südkorea, Indien, Indonesien oder Japan zurückgegangen.

Besonders stark ist in fast allen Ländern hingegen der Besitz eines Handys gewachsen. In Russland haben vor fünf Jahren beispielsweise nur 8 Prozent ein Handy gehabt, jetzt sind es schon 65 Prozent. Auch in Indien und Nigeria hat die Handy-Verbreitung explosiv zugenommen. In der Regel hat selbst in den armen Ländern ein Drittel der Menschen ein Handy, in Indien, der Elfenbeinküste, Mali oder Marokko sind dies schon zwei Drittel. An der Spitze stehen hier die Tschechische Republik und Kuwait mit jeweils 98 Prozent, gefolgt von Südkorea (97 Prozent), der Slowakei (94 Prozent) Israel (93 Prozent) und Schweden (91 Prozent).

Zu anderen interessanten Ergebnissen der weltweiten Umfrage – etwa aus den Bereichen Politik, Religion oder auch Kultur – siehe in Telepolis:

(fr)

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