Digitale Krankschreibung soll in Frankreich gestoppt werden

Während in Deutschland die digitale Krankschreibung vorbereitet wird, können sich die Franzosen bereits online krank melden. Das sorgt für Probleme.

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Krankmelden per App.

(Bild: arretmaladie.fr)

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Seit dem 7. Januar können sich Arbeitnehmer in Frankreich über ein Serviceportal die dort gültige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung "avis d'arret de travail" online ausstellen lassen, wenn sie ihren Hausarzt nicht erreichen können. Das wird so häufig benutzt, dass der Service stundenweise vor allem in den Morgenstunden überlastet war. Der Zentralverband der französischen Krankenversicherer will in einer Eilklage nun den Service schließen lassen.

Über das Serviceportal arret maladie können französische Arbeitnehmer seit dem 7. Januar eine telemedizinische Beratung in Anspruch nehmen, die zur Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung führen kann. Die Online-Variante, die auch bei uns zur digitalen Krankschreibung führen soll, wird so häufig in Anspruch genommen, dass das Portal stundenweise nicht erreichbar ist.

CNAM, der Dachverband der französischen Krankenkassen macht laut Ärztezeitung darauf aufmerksam, dass der 25 Euro teure Online-Service nur für die Notfälle gedacht sei, wenn der Hausarzt nicht erreichbar ist. Dies müssen die Erkrankten auf Anfrage der Kassen nachweisen können.

Auch die französischen Ärzteverbände erwägen eine Klage. Sie hatten vor dem Start des Service-Portals die Ausgabe des elektronischen AU-Services nach telemedizinischer Sprechstunde als unseriöses Diagnoseverfahren kritisiert. Eine ärztliche Diagnose sei keine Pizzabestellung, befanden die Mediziner. (anw)