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Digitaler Videorecorder mit Linux

Nach über zwei Jahren Entwicklungszeit ist seit dem gestrigen Sonntag die Version 1.0 des "Linux Video Disk Recorder" (VDR) erhältlich. Der (VDR) verwandelt ein Linux-System in einen digitalen Videorecorder. Für den Einsatz der Software, die ausschließlich im Quelltext erhältlich ist, braucht man neben einem aktuellen Linux-System (mit Kernel 2.4) eine spezielle TV-Karte für den Digitalempfang entweder per Satellitenschüssel (DVB-S) oder Kabel (DVB-C). Für eine ganze Reihe dieser marktgängigen Tuner-Karten, etwa von Siemens, Technotrend und Haupauge, gibt es Treiber auf den Web-Seiten des Linux-TV-Projekts; die Treiber-Entwicklung hat die Firma Convergence gesponsort. VDR benutzt diese Karten nicht nur für den Empfang, sondern ihren Video-Ausgang und MPEG-Decoder auch für die Ausgabe.

Anders als bei den üblichen Windows-Lösungen braucht ein Benutzer keine Maus, er merkt im Grund nicht, dass ein PC dahintersteckt:: Der VDR lässt sich mit einer IR-Fernbedienung (etwa mittels LIRC) über Onscreen-Menüs auf dem Fernsehschirm bequem aus dem Sessel steuern; über Timer lassen sich Serien aufzeichnen. Der VDR sammelt die ausgestrahlten Programminformationen (EPG-Daten), sodass selbst die Programmierung mit wenigen Tastendrücken zu erledigen ist. Mit einer zweiten DVB-Karte beherrscht VDR auch Time-Shift -- das heißt, man kann Sendungen zeitversetzt verfolgen -- eine "Billig"-Karte ohne MPEG-Decoder genügt dafür.

Im VDR stecken über zwei Jahre Entwicklungszeit. Klaus Schmidinger hat das Projekt angeschoben und ist bis heute die treibende Kraft. Inzwischen versorgt aber eine rege Entwicklergemeinde VDR mit diversen zusätzlichen Funktionen, etwa zum Abspielen von DVDs. Die am Wochenende freigegebene Version dokumentiert somit eigentlich nur den erreichten Stand -- als Videorecorder mit Mehrwert leistet VDR schon seit langem treue Dienste. (ps)

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