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Digitaler Wolfshund soll illegale DECT-Telefone finden

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Unerwünschten Mobil- und Schnurlostelefonen hat Berkeley Varitronics System (BVS, Halle 2.1, Stand A58) den Kampf angesagt. Jammer sind aber meist illegal und häufig ineffektiv, lebende Spürhunde sind teuer. Also wurden die Wolfshound-Geräte entwickelt, um Funkquellen im Umkreis von einigen Metern aufzuspüren. Mit dem neuen Wolfhound-PRO soll es nun auch den in Europa illegalen DECT-Schnurlostelefonen aus Nordamerika ("DECT 6.0") an den Kragen gehen. Diese stören ein Frequenzband (1920–1930 MHz), welches in Europa für UMTS reserviert ist.

Wolfhound im Plastikgehäuse: Aufspüren von DECT-Telefonen im Umkreis einiger Meter

Die Wolfhound Cell Phone Detectors sind tragbare, drahtlose Schnüffler, die übliche Mobilfunk-Frequenzen nach elektromagnetischen Impulsen absuchen. Mit speziellen Antennen kann die Quelle auf einen kleinen Bereich eingegrenzt werden. Gefängnisse, Militäreinrichtungen, Gerichtssäle, Krankenhäuser und Entzugseinrichtungen, Schulen, Banken und andere Orte mit Mobilfunk-Verbot konnten schon bisher mit dem Wolfhound leicht durchsucht werden. Da auch Geräte im Standby regelmäßig Signale aussenden, können mit etwas Geduld auch aktuell nicht genutzte Apparate gefunden werden. Alle Ereignisse werden im Gerät gespeichert und können so auch später ausgewertet werden.

Der neue Wolfhound-PRO findet nun auch amerikanische DECT-Telefone. BVS hofft, europäische Mobilfunker als Kunden zu gewinnen. Ein einzelnes amerikanisches DECT-Gerät kann die UMTS-Nutzung für hunderte Nachbarn stören. Manche Netzbetreiber zeichnen die Interferenzen bereits automatisch auf und können dadurch die Störquelle ungefähr lokalisieren. Der Wolfhound-PRO soll den Rest erledigen, er ist in den USA ab 2.500 Dollar erhältlich.

Für etwa 1000 Dollar bekommt man den weniger leistungsfähigen Wolfhound-Lite. Er ist für verdeckte Ermittlungen gedacht und kann relativ unauffällig am Gürtel montiert werden. Die Antenne kann als Kugelschreiber getarnt oder unter dem Gewand getragen werden. Treffer werden durch Vibration gemeldet. So kann eine spätere, genauere Überprüfung wie etwa die Untersuchung einer Gefängniszelle in Ruhe vorbereitet werden.

Fix montiert wird das Watchhound genannte Modell. Es dient der durchgehenden Überwachung einer Örtlichkeit und kann etwa als Heizungs-Thermostat getarnt werden. Die Daten werden per LAN-Kabel übermittelt, auch die Koppelung mit einer Kamera ist möglich. So soll etwa das Handyverbot bei Berufskraftfahrern durchgesetzt werden. Empfängt der Watchhound in der Fahrerkabine ein Mobilfunksignal, löst er für einige Sekunden die Kamera aus. Später soll anhand des Videos überprüft werden, ob der Fahrer oder jemand anderer telefoniert hat. (jk)