Digitalpakt Schule: Länder rufen Mittel kaum ab

Von fünf Milliarden Euro, die für die Digitalisierung der Schulen gedacht sein, haben nach Angaben des Bitkom die Bundesländer erst einen Bruchteil abgerufen.

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(Bild: Rido/Shutterstock.com)

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Die groß angelegte Initiative zur Digitalisierung der Schulen in Deutschland geht nur schleppend voran. Von den fünf Milliarden Euro des Digitalpakts Schule sei bislang nur ein Bruchteil abgerufen geworden, teilte der Digitalverband Bitkom am Freitag in Berlin mit. Vier Bundesländer hätten noch gar keine Förderanträge bewilligt.

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Eine Umfrage des Bitkom ergab, dass bislang erst zwölf Bundesländer Förderanträge bewilligt haben. In Hessen, dem Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein stehe das noch aus. "Der Digitalpakt Schule kann und muss ein Meilenstein für die Digitale Bildung werden, aber wir kommen mit der Umsetzung viel zu zögerlich voran", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg.

Der Digitalpakt Schule war am 17. Mai 2019 in Kraft getreten. Vorausgegangen war ein langer Streit zwischen Bund und Ländern, weil das Grundgesetz geändert werden musste, damit der Bund das Geld zur Verfügung stellen darf. In Bildungsfragen darf er den Ländern normalerweise nicht reinreden. Bis 2024 stellt der Bund mit dem Pakt fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung von Deutschlands Schulen bereit. Hinzu kommt ein Eigenanteil der Bundesländer von 555 Millionen Euro. Die Schulträger können beim jeweiligen Land Fördermittel beantragen.

Die Höhe der bewilligten Fördermittel unterscheidet sich der Bitkom-Umfrage zufolge je nach Bundesland beträchtlich. Mit Abstand die größte Summe entfällt auf Hamburg, wo Förderanträge der Schulen mit einem Volumen von insgesamt 116,1 Millionen Euro bewilligt wurden. Dahinter folgen Sachsen (15,2 Mio Euro), Bayern (9,0 Mio Euro), Baden-Württemberg (3,8 Millionen Euro), Thüringen (3,1 Mio Euro), Berlin (2,1 Mio Euro) und Bremen (1,5 Mio Euro). Die übrigen Bundesländer machten keine Angaben zum abgerufenen Fördervolumen. (vbr)