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Dilemma: Surfen am Arbeitsplatz

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Über 90 Prozent aller vernetzten Arbeitnehmer in Deutschland surfen und mailen privat im Büro. Fast die Hälfte davon verbringt damit mehr als drei Stunden pro Woche. Zu diesem Ergebnis kommt der Bonner Informationsdienst Neues Arbeitsrecht für Vorgesetzte, der mehrere Studien zu dem Thema ausgewertet hat. In knapp jeder zweiten Firma sei die private Nutzung des Internet erlaubt oder geduldet. Während eine US-Studie vorrechnet, dass Firmen in vielen Fällen profitieren, wenn sie die private Internet-Nutzung zulassen, schätzt man in Deutschland, dass den Firmen daraus ein Schaden von über 50 Milliarden Euro im Jahr entstehe.

Grundsätzlich ist privates Surfen und Mailen ohne ausdrückliche Genehmigung des Arbeitgebers im Büro verboten. Duldet er die private Nutzung aber länger als ein halbes Jahr, komme dies einer Erlaubnis gleich, so der Informationsdienst. Es gibt aber immer Grenzen: Wer teure 0190-Dialer installiert oder gar Kinderpornografie lädt, muss mit Abmahnung oder fristloser Kündigung rechnen.

Arbeitgeber, die private Internet-Nutzung erlauben, dürfen diese nicht überwachen, da sie andernfalls gegen das Fernmeldegeheimnis verstoßen, warnt der Bonner Dienst. Selbst wenn ein klares Verbot gilt, dürfe nur in konkreten Verdachtsfällen kontrolliert werden. (ad)