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Diplomatische Unterstützung für biometrischen Reisepass

Während der britische Premierminister Tony Blair am Mittwochabend eine Niederlage bei der Abstimmung über die von ihm vorgebrachten Anti-Terror-Gesetze hinnehmen musste, konnte seine Regierung in einem Punkt einen kleinen Erfolg verbuchen: Die ersten elektronischen Reisepässe mit dem digital auf einem Chip gespeicherten biometrischen Gesichtsbild wurden Medienberichten zufolge an Diplomaten ausgegeben. Sie sind die offiziellen Tester, die die weltweite Akzeptanz des britischen ePasses unter Beweis stellen sollen. Ein ähnliches Programm läuft seit Juni in den USA, nur ist es hier das fliegende Personal der United Airlines, das den amerikanischen ePass testet. Länder, die wie Deutschland auf kleine Testreihen verzichten, überprüfen die Interoperabilität der ePässe im Rahmen eines InstallFest, das derzeit in Singapur stattfindet.

In Großbritannien gehört der 93 Pfund teure ePass zu den Anti-Terrror-Maßnahmen der Regierung Blair. Er bildet die Vorstufe zu einem geplanten , stark umstrittenen Personalausweis, der ebenfalls mit biometrischen Merkmalen auf einem Chip abgesichert ist. Das britische Königreich ist neben Dänemark und Litauen das letzte EU-Land, in dem es noch keine persönliche ID-Karte gibt. Ähnlich wie in Großbritannien ist die Einführung des ePasses in Schweden mit der Ausgabe von neuen Personalausweisen verknüpft. Diese Ausweise werden mit zwei Chips bestückt, wobei der eine den staatlichen ID-Aufgaben zugeordnet, der andere für Online-Banking oder die Aufnahme von Versicherungsdaten zuständig ist. Auch der deutsche biometrische Personalausweis, der 2007 eingeführt werden soll, hat verschiedene Funktionen in Form von unterschiedlichen Zertifikaten (Alterszertifikat, Namenszertifikat etc.) an Bord, die jedoch nicht in einem separaten Chip untergebracht sein sollen.

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Zur Einführung des ePasses und den Auseinandersetzungen um Ausweise mit digitalisierten biometrischen Merkmalen siehe den Artikel auf c't aktuell (mit Linkliste zu den wichtigsten Artikeln aus der Berichterstattung auf heise online sowie in c't, Technology Review und Telepolis):

(Detlef Borchers) / (Detlef Borchers) / (jk)

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