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DirectX-9-Benchmark Aquamark 3 ist fertig

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Das von der deutschen Spieleschmiede Massive Development entwickelte Aquamark 3 steht ab dem 15. September als 65 MByte großer Download bereit und nutzt grafisch leicht verbesserte Szenen aus dem Unterwasser-Shooter Aquanox 2. Verschiedene Kamerafahrten legen den Schwerpunkt auf typische Grafikanforderungen wie Partikel-Effekte, Umgebungs-Mapping, Terrain- oder Pflanzen-Rendering, Volumen-Nebel, Multimaterial Shadern und massive Überlappungen.

Die Freeware-Version gibt allerdings lediglich drei numerische Werte aus (GFX-, CPU-, Overall-Score), bietet den Zugriff auf eine Online-Datenbank und lässt lediglich bei der Demo ohne Messwerte verschiedene Settings zu. Die für 9,95 Euro erhältliche Profi-Version bietet zahlreiche Einstellungen und ermittelt einen Triangles/s-Wert und verschiedene Gesamt- und Einzel-fps-Resultate. Zum Funktionsumfang gehören dann auch einige Spezial-Funktionen, wie die Messung der pro Sekunde berechneten Pixel und Screenshots von exakt definierten Frames. Die Professional-Plus-Lizenz für 19,95 Euro erlaubt schließlich mehrfache Testläufe und enthält eine Script-Steuerung. Kommerziell nutzbare Versionen sind ab 39,90 Euro erhältlich.

Bei ersten Testläufen mit einer Radeon 9800 Pro und einer GeForce FX 5900 auf einem 3,2 GHz schnellem Pentium-4-System bei 1280 × 1024 Bildpunken ermittelt Aquamark 3 einen Vorsprung von rund 7 Prozent für den ATI-Chip. Die Einstellungen standen dabei auf maximal ohne Antialiasing und anisotrope Filterung.

Dies steht im Widerspruch zu den Resultaten mit Tomb Raider und Half Life 2, die ATI mit teilweise doppelt so hohen Werten als wahre Überflieger ausweisen. Aquamark 3 scheint Nvidias Schwachpunkte zu umgehen und ist offenbar nur sehr wenig Shader-limitiert. Für das Partikel-Rendering benutzt der Benchmark beispielsweise DirectX-7-Funktionen. Insgesamt kommen nur 39 Pixel-Shader zum Einsatz, von denen lediglich vier Shader vom 2.0-Typ sind. Die 30 1.1-Shader legen den Schwerpunkt eher auf die DirectX-8-Funktionen. Die Aquanox-typischen Szenen enthalten zudem keine Wasseroberflächen mit Reflexionen und Wobbel-Effekten. Auch fehlen Figuren mit Matrix-Skinning sowie komplexe Oberflächen mit Bump-Mapping und pixelweiser Beleuchtung wie etwa Haut oder Stoff.

Die Entwickler wenden ein, dass man einen pragmatischen Ansatz verfolge und DirectX 9 und hohe Präzision nicht als Selbstzweck, sondern nur bei Bedarf einsetze. Es komme auch weniger auf die Anzahl der 2.0-Shader, als auf die Menge der damit erzeugten Pixel an. So stammten rund 30 Prozent der berechneten Pixel von den 2.0-Shadern. Die teilweise animierte Vegetation belaste zudem die Vertex Shader ähnlich hoch wie das in anderen Spielen verwendete Skinning.

Trotz dieser Einwände kann Aquamark 3 offenbar nicht beanspruchen, auf Spiele übertragbar zu sein, die das gesamte Spektrum des mit DirectX-9-Grafik Machbaren ausschöpfen. Mit seiner statischen Unterwasserwelt steht der Test mehr für konventionelle Shooter und scheint aus Rücksicht auf ältere Grafikchips möglichst viele Effekte mit DirectX-7- und DirectX-8-Funktionen zu realisieren. Die Entwickler der aktuellen Tomb Raider Folge und Half Life 2 sehen die Zukunft dagegen in einer möglichst ausgiebigen Nutzung von DirectX-9-Funktionen, die die meisten Möglichkeiten und die höchste Rechenpräzision bieten. (Manfred Bertuch) / (uma)