Menü

Diskriminierende Wohnungsannoncen: US-Regierung geht gegen Facebook vor

Immobilieneigentümer können Facebook-Werbung schalten, die bestimmte Zielgruppen nicht sehen. Gegen diese Diskriminierung wird die US-Regierung nun doch aktiv.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 183 Beiträge
Facebook

(Bild: dpa, Marcio Jose Sanchez/AP)

Mit einer Beschwerde geht das US-Ministerium für Wohnungsbau gegen Facebook und Aspekte des auf der Plattform möglichen Mikrotargetings vor. Fast zwei Jahre nachdem US-Medien erstmals mutmaßlich gesetzwidrige Konsequenzen der zielgenauen Werbemöglichkeiten auf Facebook thematisiert hatten, könnte die dürftige Reaktion der Plattform doch Konsequenzen haben. Im konkreten Fall geht es darum, dass bei Immobilienangeboten je nach ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Geschlecht, Familienstand, vorliegender Behinderung oder anderen Merkmalen diskriminiert werden kann.

In den Vereinigten Staaten schützt der Fair Housing Act bestimmte Personengruppen davor, bei Immobilienanzeigen diskriminiert zu werden. Das ist jedoch der Fall, wenn Immobilieneigentümer beispielsweise Werbung für Wohnungen nur bestimmten Gruppen anzeigen lassen und andere gezielt ausschließen können. Auch wenn Facebook nach den ersten Berichten einige Änderungen eingeführt hat, ist es dem Ministerium zufolge weiterhin möglich, Immobilienanzeigen etwa Menschen nicht anzuzeigen, die in dem sozialen Netzwerk ein Interesse an "Assistenzhund" oder "Gehörlosigkeit" bekundet haben. Als Werbeziele können auch Menschen ausgeschlossen werden, bei denen Facebook erkannt hat, dass sie wohl kleine Kinder haben.

Mit der offiziellen Beschwerde beginnt das US-Ministerium nun einen Prozess, der in eine Klage münden kann, erklärt die Washington Post. Auch das Justizministerium geht dem Bericht zufolge unter ähnlichen Vorwürfen gegen Facebook vor. Das weise darauf hin, dass die US-Regierung sich nun doch zu einer härteren Gangart gegen Facebook durchgerungen haben könnte, nachdem andere Maßnahmen zur Regulierung nicht gefruchtet hatten. Bereits nach dem ersten Bericht von ProPublica hatte die Obama-Regierung eine Untersuchung eingeleitet. Unter Donald Trump war die eingestellt worden, was zu lautstarkem Protest geführt hatte. (mho)