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Technology Review

Diskussion um Zukunft der ISS

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Die Internationale Raumstation ISS ist eines der aufwändigsten und teuersten Ingenieurprojekte aller Zeiten. Wenn sie 2011 endlich fertiggestellt ist, wird ihr Bau rund 100 Milliarden Dollar verschlungen haben. Aber schon fünf Jahre später soll sie wieder außer Dienst gehen: Dann will die NASA sie nicht mehr in ihrer Umlaufbahn halten, sodass sie durch die Reibung mit Luftmolekülen allmählich tiefer in die Erdatmosphäre absinkt und schließlich abstürzt.

So sieht es zumindest der derzeitige Zeitplan der US-Raumfahrtbehörde vor, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe über die aktuelle Debatte um die Zukunft der bemannten Raumfahrt. Die NASA würde die Station zwar gerne weiterbetreiben, aber deren Finanzierung ist nur bis 2015 gesichert. Sehr zum Verdruss von Wissenschaftlern, die gerade erst anfangen, sie zu nutzen, und der ISS-Partnerländer, die ihrerseits Milliarden in die Station hineingesteckt haben. Der weitere Betrieb würde jedoch jährlich zwei bis drei Milliarden Dollar kosten. Ein kontrollierter Absturz ins Meer ist aber auch nicht billig: Er würde wohl noch mindestens zwei Milliarden Dollar verschlingen.

Deshalb kann sich der US-Kongress nicht mehr wie bisher durch die Raumfahrtpolitik lavieren: Denn in beiden Fällen muss er viel Geld locker machen. Und die Zukunft der ISS ist nur eins von mehreren heißen Eisen in der bemannten Raumfahrt: Der Betrieb der Space-Shuttle-Flotte wird spätestens im kommenden Jahr eingestellt, sodass die NASA für einige Jahre keine Astronauten mehr ins All schicken kann; die neuen Raumfahrzeuge Ares I – für den Transport der Astronauten in die Umlaufbahn – und die Orion-Kapsel liegen beide mehrere Jahre hinter dem Zeitplan.

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