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Telepolis

Disney plant "Tron"-Sequel

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Der US-amerikanische Unterhaltungskonzern Disney plant laut US-Medienberichten eine Fortsetzung des vor einem Vierteljahrhundert erschienenen Films Tron. Wie das Magazin The Hollywood Reporter berichtet, werde voraussichtlich Joseph Kosinski Regie führen, das Drehbuch von den Autoren der Fernsehserie Lost, Eddie Kitsis und Adam Horowitz erarbeitet. Kosinski befinde sich derzeit in abschließenden Verhandlungen.

Der 1982 fertiggestellte, später für zwei "Oscars" nominierte Film von Regisseur und Drehbuch-Autor Steven Lisberger gilt als einer der ersten Spielfilme, in dem längere computergenerierte Sequenzen mit Realfilm vermischt eingesetzt wurden. Sie machen ungefähr 30 Minuten der insgesamt 96 Minuten aus. In dem Film sucht ein von Jeff Bridges dargestellter Computerspiele-Programmierer nach Beweisen, dass ein ehemaliger Mitarbeiter mit Hilfe von ihm gestohlenen Codes die Karriereleiter der Computerfirma "Encom" ganz bis nach oben geklettert ist. Als er mit Hilfe des Programms "Tron", das das Master Control Program (MCP) des Hauptcomputers der Firma kontrollieren soll, in das System eindringt, wird der Programmierer durch unglückliche Umstände "eindigitalisiert" und muss sich innerhalb des Computers – mitunter in Gladiatorenmanier – gegen das diktatorisch herrschende MCP wehren und zusammen mit Softwareprogrammen, die den "User" für einen Mythos halten, einen Ausweg aus dem Computersystem finden.

Der ehemalige Architekt Kosinski trat bisher durch Werbespots für Nike, Apple und Nintendo in Erscheinung. Durch seine Art der Verwendung von Computertechnik habe er die Grenzen zwischen der Realität und Computer Generated Imagery (CGI) verschwimen lassen, heißt es. Lisberger hatte jahrelang erfolglos versucht, eine Tron-Fortsetzung auf die Beine zu stellen. Stattdessen wurde er vorige Woche etwa 18 Jahre nach seinem letzten Film Slipstream für die Umsetzung von The Soul Code engagiert. Im Abspann des neuen Tron-Films soll er angeblich mit einer Erwähnung gewürdigt werden.

Für Kosinski würde es ähnlich wie seinerzeit für Lisberger der erste abendfüllende Spielfilm. Eine weitere Parallele zwischen beiden Filmemachern ergibt sich laut Bericht dadurch, dass Kosinski auch zunächst anhand einer Sequenz aus dem geplanten Film eine Arbeitsprobe abgeben wird. Details zur Handlung der Tron-Fortsetzung wurden noch nicht bekannt. Auch ist noch angesichts widersprüchlicher US-Medienberichte nicht klar, ob tatsächlich eine Fortsetzung oder lediglich ein Remake geplant ist. "Tron" ist ebenfalls der Name eines verstorbenen deutschen Hackers, um dessen Klarnamen Anfang vorigen Jahres die Eltern des Hackers einen Rechtsstreit mit der Online-Enzyklopädie Wikipedia entfachten. (anw)

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