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Disney schreibt Drehbuch für Go.com erneut um

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Der Disney-Konzern hat erneut seine Firmenpolitik über den Haufen geworfen und wenige Wochen nach der Schließung seines Web-Portals Go.com selbiges jetzt still und heimlich wieder geöffnet. Im Januar erst hatte der Unterhaltungsgigant angekündigt, dass man die Internet-Portal-Aktivitäten einstellen und 400 Mitarbeiter entlassen werde. Das "neue" Go.com-Portal ist derzeit aber nicht mehr als eine automatische Weiterleitungsseite zu Disney-Angeboten wie ABCNEWS.com, ESPN.com, Disney.com oder Movies.com.

Go.com sollte einmal Disneys Antwort auf Web-Portale wie Yahoo, Lycos oder Excite werden. Zusammen mit dem Suchmaschinenbetreiber Infoseek wurde ein allgemeines Portal mit kostenlosen Diensten aufgebaut. Versorgt wurde die Einstiegsseite ins Internet mit Inhalten aus den verschiedenen Disney-Sparten. Nach nur einem Jahr und hohen Verlusten musste Disney allerdings den Rettungsanker werfen. Go.com spezialisierte sich von nun an nur noch auf die Bereiche Erholung, Freizeit und Unterhaltung. Aber auch dieses Konzept scheiterte. Analysten schätzen, dass Disney mit seinem Online-Portal-Engagement mehr als 800 Millionen US-Dollar in den Sand gesetzt hat.

Neuer Suchmaschinenbetreiber im Hintergrund von Go.com ist pikanterweise der frühere Erzrivale GoTo.com. Im vergangenen Mai legte Disney einen Urheberrechtsstreit mit GoTo.com durch die Zahlung von 21,5 Millionen US-Dollar bei. GoTo.com hatte Disney vorgeworfen, das GoTo-Firmenlogo kopiert zu haben. (pmz)