Menü

Display Week: Die Fensterscheibe als Leinwand

Mit reflektierenden Nanofolien wird die Fensterscheibe zur Leinwand. Gedacht ist das für Werbeflächen und Veranstaltungen, klappt aber auch im Wohnzimmer.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 60 Beiträge
Von

Haben Sie auch keinen Platz für einen großen Fernseher und eine fest installierte Leinwand im Wohnzimmer gefällt Ihnen nicht? Dann könnten Ihnen drei auf der Display Week vorgestellte Produkte gefallen: Lux Labs, Photonics Crystal und JXTG zeigen, wie sich mit einem herkömmlichen Projektor und einer simplen Folie das Wohnzimmerfenster in eine Riesenleinwand verwandeln lässt.

Die transparente Folie wird dazu wie eine Schutzfolie für Smartphones adhäsiv auf die Fensterscheibe gebracht. Anschließend wird der Projektor auf den folierten Bereich der Fensterscheibe gerichtet, schon erscheint auf ihr das projizierte Bild. Das Ganze wirkt natürlich am besten im Dunklen beziehungsweise wenn es hinter der Fensterscheibe dunkel ist, funktioniert aber auch im Hellen.

Solche reflektierenden Fensterfolien sind eigentlich nicht für den Hausgebrauch gedacht, sondern vielmehr für kommerzielle Anwendungen etwa im Handel, wenn das Schaufenster abends zur großen Projektionsfläche wird.

Die drei Unternehmen auf der Display Week nutzen für ihre Folien ein ähnliches Prinzip: Sie bringen Nanopartikel in die Folie ein, an denen das Projektionslicht reflektiert wird.

Folienleinwand (5 Bilder)

Die transparente NanoAR-Folie verwandelt Glasscheiben in Leinwände
(Bild: Ulrike Kuhlmann / heise online)

Lux Labs, ein Startup des MIT in Boston, präsentierte seine Folie in der iZone. Gegenüber c't erklärte Lux Labs, dass die genutzten Nanopartikel nur auf Licht bestimmter Wellenlängen reagieren, in diesem Fall auf die Frequenzbänder um Rot, Grün und Blau. Die Projektion war angenehm blickwinkelunabhängig, die Transparenz der Folie spezifiziert das Startup mit 89 Prozent.

Photonics Crystal, ebenfalls in der iZone vertreten, verspricht für seine NanoAR-Folie eine Transparenz von über 90 Prozent; die Trübung (Haze) soll bei unter 2,5 Prozent liegen. Das projizierte Bild bleicht von der Seite etwas aus. NanoAR erhält die Polarisation des Projektionslichts und eignet sich damit auch für 3D-Projektionen etwa im Veranstaltungsbereich.

Bei Veranstaltungen sieht auch JXTG ein Einsatzgebiet seines Kaleido Screen. Die zum japanischen Energieunternehmen Eneos gehörende Gruppe bietet zwei Folienvarianten an: einmal als klare Folie mit einer Transparenz von 88 Prozent und 5 Prozent Trübung sowie eine besonders lichtstarke Variante mit 81 prozentiger Transparenz. In Japan werden die Folien bereits in Veranstaltungsräumen und Restaurants eingesetzt: Tagsüber bietet sich den Besuchern ein toller Panoramablick über die Stadt, nachts werden stattdessen spannende Panoramen auch anderer Städte auf die Fensterscheiben projiziert. (uk)