Display Week: EInk zeigt Farbfotos und Videodisplay

EInk-Displays stecken vor allem in Schwarzweiß-Readern. Dabei können die bistabilen Bildschirme auch kräftige Farben und jetzt sogar Videos zeigen.

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Die aus Kindle & Co. bekannten EInk-Displays kennt man meist als Schwarzweißbildschirm und manchmal auch als Variante mit etwas blässlichen Farben. Auf der Display Week präsentiert EInk sein elektronisches Papier nun als Collage aus gerahmten farbigen Bildern. EInk nennt die Technik ACeP. Mit den in Cyan, Magenta, Gelb und Weiß gehaltenen Pigmenten lassen sich laut EInk beliebige Bildschirmfarben mischen. Diese sind dann zwar nicht supersatt, aber für die Bilderwand ausreichend.

Gegenüber digitalen Bilder aus Flüssigkristalldisplays haben die farbigen EInk-Displays einen riesigen Vorteil: Man kann sie nach Aktualisieren des Bildinhalts vom Strom trennen – das Bild wird über Wochen oder Monate auch ohne Energiezufuhr angezeigt. Der Inhaltswechsel der farbigen Bilder dauert etwas länger als beim LCD, wie man auf dem Video deutlich erkennen kann.

EInk Anwendungsmöglichkeiten für ePaper (5 Bilder)

Die Baupläne aus elektronischem Papier messen gut 80 cm in der Diagonalen, sie halten die Bauzeichnungen auch ohne Strom fest und lassen sich problemlos aufrollen.
(Bild: Ulrike Kuhlmann / c't)

Da sich die Pigmente im elektrischen Feld zwischen der oberen und unteren Displayoberfläche ausrichten, greift EInk bei mehrfarbigen Pigmenten zu einem Trick: Die Kügelchen erhalten je nach Farbe eine unterschiedliche Ladung und bewegen sich deshalb im elektrischen Feld unterschiedlich schnell: Wenn im Pixel beispielsweise Gelb angezeigt werden soll, müssen die gelben Kugeln als erstes an die Oberfläche gelangen und damit die Farbe des Bildpunktes bestimmen. Das erklärt auch die längeren Farbwechsel beim Ändern des Bildinhalts (vgl. Video): Die Pigmente bewegen sich so lange hin und zurück, bis die gewünschte Farbe als "Sieger" aus dem Rennen gehen und ganz oben liegt.

EInks Bilderwand aus E-Paper-Displays

Angesichts des eher lahmen Inhalts-Refresh ist es umso erstaunlicher, wie flink ein am Stand gezeigter Prototyp Videos wiedergibt. Es handelt sich dabei um einen 13,3-zöllligen mit 2200 × 1650 Pixeln (213 dpi). Zwar sind diese nur in Schwarzweiß, die Darstellung aber beachtlich klar. Das macht Hoffnung, dass es irgendwann auch in der Muggelwelt einen digitalen Tagespropheten gibt.

Am Stand präsentiert EInk weitere Anwendungen für seine sparsamen Schwarzweiß-Displays, darunter ein aufrollbares E-Paper mit 31.5 Zoll Diagonale und 2540 × 1440 Bildpunkten, das im Beispiel für Stadt- oder Baupläne genutzt wurde. Auch im smarten Heim lassen sich dies elektronisch schaltbaren Pigmente nutzen: Etwa als Beschichtung für Fenster in einer Haustür, die auf Knopfdruck opak wird, sodass niemand mehr hereinschauen kann.

E-Paper-Videodisplay von EInk

(uk)