DistroWatch migriert Server von Debian zurück auf FreeBSD

DistroWatch listet Neuigkeiten und Rankings zu quelloffenen Betriebssystemen. Den eigenen Server migrierte man nun von Debian GNU/Linux wieder auf FreeBSD.

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(Bild: distrowatch.com)

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Die Website DistroWatch, die Übersichten und Informationen über freie und quelloffene Systeme bietet, hat ihre Server von Debian GNU/Linux wieder auf FreeBSD zurückmigriert. Von 2001 an lief DistroWatch ursprünglich unter FreeBSD, weil die Betreiber dieses System kannten und selbst benutzten. Nach einem Hardware-Fehler 2007 musste ein neues System so schnell wie möglich online gehen, und da der zu dem Zeitpunkt zuständige Admin ein Debian-GNU/Linux-Anwender war und FreeBSD kaum kannte, wurde DistroWatch umgestellt – für einen einfachen Webserver mit einer Datenbank kein großes Problem.

Es klingt ungewöhnlich, aber der kürzliche Hardware-Ausfall ließ das Team wieder über den Wechsel des Betriebssystems nachdenken – und es entschied sich wieder für FreeBSD.

Die Gründe führt einer der Betreiber in einem reddit-Thread auf. Wieder einmal war es die Expertise der Betreiber, die primär mit FreeBSD arbeiten, die ausschlaggebend war. Auch die Kontinuität sprach für FreeBSD, da es wie Debian GNU/Linux zwar einen etwa fünfjährigen Support-Zyklus hat, es aber bei FreeBSD deutlich geringere Unterschiede zwischen den Releases gibt, was den Administrationsaufwand gering hält. Das integrierte ZFS und zurückrollbare Boot-Umgebungen von FreeBSD waren ein weiterer Grund.

Auch systemd war ein Faktor, weil die Migration von SysV-Init auf systemd Probleme bereitete. Der Wechsel von SysV-Init zu FreeBSDs (und dem Startsystem rc) hingegen machte es abgesehen von Pfadanpassungen nötig, die Firewall-Regeln von iptables auf pf umzustellen. Beim Netzwerk tauchte jedoch ein lästiges Problem mit dem IPv6-Stack auf, da FreeBSD (das IPv6 als erstes implementierte) im Gegensatz zu Debian GNU/Linux mit dem verwendeten Router ein Kommunikationsproblem hatte.

Bei Debian GNU/Linux gab es Probleme mit dem Kernel, der den Server zu regelmäßigen Neustarts zwang. Ein letztes Problem war der Apache-Webserver, dessen umfangreiche Konfigurationsdateien sich beim besten Willen nicht von GNU/Linux auf FreeBSD portieren ließen sondern kurzerhand neu geschrieben wurden.

Alles in allem halten die DistroWatch-Entwickler den Wechsel einfacher Web-Anwendungen von Debian GNU/Linux auf FreeBSD – aber auch einen Wechsel in die andere Richtung – für ein im Endeffekt nicht allzu großes Problem, wenn der Administrator Kenntnisse der Systeme mitbringt. (axk)