CES

DivX 7 fertiggestellt

Mit Version 7 seines gleichnamigen Codec-Pakets läutet DivX das Ende seines herkömmlichen MPEG-4-ASP-Codecs ein und wendet sich dem effizienteren MPEG-4 AVC zu. Mit "DivX Plus" halten auch AAC-Audio und das Containerformat Matroska Einzug.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 102 Beiträge
Von
  • Dr. Volker Zota

Momentan kann man augenscheinlich nur mit einfachem DivX Converter oder der als Alpha vorliegenden Kommandozeilenversion DivX264 "DivX Plus"-Videos erzeugen.

DivX Inc. hat Version 7 seines gleichnamigen Codecs veröffentlicht. Mit DivX 7 läutet die Firma den Wechsel vom seinem herkömmlichen Codec ein, der auf MPEG-4 (MPEG-4 Part 2 Advanced Simple Profile) aufsetzt. Die Entwickler wenden sich dem effizienteren MPEG-4 AVC (MPEG-4 Part 10, auch H.264) zu, das bei DivX Inc. unter dem Namen "DivX Plus" firmiert. Den Grundstein für den relativ schnellen Einstieg ins AVC-Zeitalter legte DivX Inc. mit der Übernahme der deutschen Codec-Schmiede MainConcept Ende 2007.

AVC zählt neben MPEG-2 und VC-1 zu den obligatorischen Formaten bei der Blu-ray Disc, kommt bei neuen Fernsehformaten (HDTV, Handy-Fernsehen via DVB-H/T-DMB) zum Einsatz und hält auch bei mobilen Multimedia-Playern Einzug. Auch bei den im Internet kursierenden HD-Videos läuft MPEG-4 AVC DivX/Xvid und Windows Media derzeit den Rang ab.

Auch dem angestammten DivX-Tonformat MP3 kehrt DivX Inc. mit "DivX Plus" den Rücken; bei den in "DivX Plus HD" kodierten Dateien kommt Advanced Audio Coding (AAC) zum Zuge. Obwohl AVC-Video und AAC-Ton in MP4-Containern Platz finden würden, hat DivX Inc. das in der Internet-Szene beliebte Matroska (MKV) als Containerformat für "DivX Plus" gewählt. Dem freien Containerformat könnte dies zum endgültigen Durchbruch verhelfen und zu breiterer Hardware-Unterstützung führen – falls die Marke DivX im AVC-Zeitalter noch genug Zugkraft besitzt. Heutzutage bekommt man kaum einen DVD-Player ohne DivX-Unterstützung, das mit DivX 6 eingeführte DivX Ultra war indes nicht besonders erfolgreich.

Das bislang nur für Windows zum Download verfügbare DivX 7 installiert einen Video-for-Windows-Codec (ACM), den DivX Player, ein Browser-Plug-in (DivX Web Player), den einfachen DivX Converter (inklusive MPEG-2-Plug-in) sowie DirectShow-Filter für die Wiedergabe von "DivX Plus" (H.264-Decoder, AAC-Decoder und MKV-Splitter). Die Wiedergabefunktionen für DivX, DivX Plus, MP3 und AAC laufen auch bei der kostenlosen Testversion zeitlich uneingeschränkt, während der einfache DivX Converter und die Pro-Funktionen des Encoders nur 15 Tage ihre Arbeit verrichten. Die Vollversion von DivX 7 kostet 16 Euro.

Verblüffenderweise meldet sich der ACM-Codec weiterhin als DivX 6.8.5 und unterstützt augenscheinlich nur MPEG-4 ASP. Um das "Plus HD Profil" nutzen zu können, ist man derzeit somit auf den simplen Drag&Drop-Kodierer DivX Converter angewiesen; die während der Testphase veröffentlichte Kommandozeilenfassung des DivX264-Encoders liegt dem DivX-7-Paket nicht bei.

Siehe dazu auch:

  • DivX im heise Software-Verzeichnis

(vza)