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DivX Networks schließt Videoportal Stage6.com

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Am 28. Februar schaltet DivX Networks die Server seines Videoportals Stage6 ab. DivX begründet die Entscheidung damit, dass man sich auf sein Kerngeschäft mit DivX-Lizenzen für Unterhaltungselektronik konzentrieren wolle. Dadurch, dass DivX keine Ressourcen mehr für Stage6 aufwenden müsse, werde die Firma DivX ihr Profil schärfen und den Unternehmenswert des börsennotierten Unternehmens maximieren, erklärte DivX-Geschäftsführer Kevin Hell.

Weitere Details will DivX Networks mit der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen am 11. März bekannt geben. Im Juli 2007 hatte DivX Networks das Videoportal unter Führung des ehemaligen DivX-CEO Jordan Greenhall als eigenständiges Unternehmen ausgegründet – im Nachhinein offenbar der erste Schritt zur Schließung.

Ein wesentlicher Vorteil von Stage6 gegenüber YouTube, Google Video & Co. war die deutlich bessere Bildqualität der teilweise sogar in High Definition mit 720p vorliegenden Videos im DivX-Format. Dies führt freilich auch zu deutlich höherer Belastung der Streaming-Server; damit einhergehend erlaubte Stage6 den Upload großer Dateien und wurde häufig missbraucht, um illegale Kopien von Spielfilmen und Musikvideos unterzustellen. Universal Music warf DivX sogar vor, aus kommerziellen Interessen Urheberrechtsverletzungen zuzulassen. DivX Networks wollte daraufhin mittels einer Feststellungsklage eine Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Bundesbezirksgericht in San Diego erwirken.

Außerdem könnte zu der Entscheidung beigetragen haben, dass der neueste Flash Player 9 das dem DivX-Codec überlegene MPEG-4 AVC (H.264) unterstützen wird. Somit dürften auch Videosites wie YouTube, die auf den Flash-Player setzen, in absehbarer Zukunft bessere Qualität und High Definition streamen. (vza)

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