DivXNetworks veröffentlicht DivX 5.2 [Update]

DivXNetworks veröffentlicht seinen Videocodec DivX 5.2 (Pro). Außerdem gibt es die DivX-Produkte und -Website außer in Englisch künftig auch in Deutsch, Französisch und Japanisch.

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Von
  • Volker Zota

Laut Hersteller ist DivX 5.2 Pro Windows Media 9 qualitativ deutlich überlegen.

Einen Monat später als ursprünglich erhofft, hat DivXNetworks am heutigen Donnerstagabend die Videocodecs DivX und DivX Pro in Version 5.2 veröffentlicht sowie das DivX-Kodiertool Dr. DivX 1.05. Mit Ausnahme von Letzterem gibt es die DivX-Produkte ebenso wie die DivX-Webseite ab sofort in Deutsch, Französisch und Japanisch. Dr. DivX soll in Kürze in lokalisierter Fassung folgen.

Der Grund für die alternativen Sprachfassungen liegt auf der Hand: Von den laut DivXNetworks weltweit über 130 Millionen DivX-Nutzern leben rund 42 Prozent in Europa, 20 Prozent in Asien, 32 Prozent in Nordamerika. Der Rest verteilt sich zu jeweils etwa zwei Prozent auf die weiteren Kontinente. Am häufigsten sollen die Deutschen DivX verwenden, gefolgt von Franzosen (DivX-"Erfinder" Jerome Rota stammt aus Frankreich), Italien und Japan.

Während DivXNetworks in der Entwicklungsphase von DivX 5.1 die Öffentlichkeit suchte und sich werbewirksam mit mehreren "Omega"-Versionen auf eine virtuelle Karibikkreuzfahrt begab, veröffentlichte das DARC-Team dieses Mal keinerlei Vorabversionen. Dafür klingen die Versprechen beim 5.2-Release umso besser: Der Codec soll bis zu "30 Prozent bessere Bildqualität liefern" als Windows Media 9 bei gleicher Bitrate und dabei 300 Prozent schneller sein als der Microsoft-Codec. Dass der Codec tatsächlich deutlich fixer als WMV9 arbeitet, konnte ein erster Funktionstest von heise online zwar nicht bestätigen -- auf einem P4 mit 3 GHz brachte es der Codec bei D1-Auflösung und 2-Pass-Encoding auf 2 bis 4 Frames/s. Dafür hat sich hinsichtlich der Bildqualität tatsächlich einiges getan. Den VQEG-Stresstest bewältigte der Codec jedenfalls ohne die sonst üblichen gravierenden Qualitätseinbrüche. 30 Prozent "Qualitätssteigerung" gegenüber WMV9 war nicht auszumachen, dafür schien der Codec der Redmonder Konkurrenz aber in etwa ebenbürtig. Genaueres kann nur ein späterer detaillierter Codec-Vergleich ergeben.

Verantwortlich für die bessere Qualität soll die Unterstützung von adaptiven sowie aufeinander folgenden B-Frames (Adaptive Single and Multiple Consecutive B-Frames) sein -- ein Feature, dass der als Open Source entwickelte MPEG-4-Codec XviD schon lange beherrscht -- sowie dem Einsatz verschiedener Quantisierungsmatrizen bei unterschiedlichen Bitraten (MPEG-2- oder H.263-Quantisierung). Die neuen Funktionen vertragen sich erwartungsgemäß nicht mit bereits bestehender DivX-tauglicher Hardware. Um aufeinander folgende B-Frames und MPEG-2-Quantisierung nutzen zu können, muss man die DivX-Profile abschalten und darf sich daher nicht wundern, wenn der heimische DivX-DVD-Player beim Abspielen auf die Nase fällt. Erfahrungswerte bezüglich der neuen DivX-Funktionen dürfte es indes bei Nutzern von XviD bereits hinlänglich geben, gibt es diese bei dem Open-Source-Codec doch schon seit geraumer Zeit -- und gewiss auch die Hinweise, welche Player damit zurechtkommen und welche nicht.

Zum besseren Capturen von Live-Inhalten gibt es bei DivX 5.2 einen "Fast Mode"; außerdem bringt DivX 5.2 Pro nun ebenso wie der Open-Source-Mitstreiter einen Bitraten-Rechner mit.

Mit DivX 5.2 Pro endet die Ära der werbefinanzierten DivX-Versionen. Tatsächlich gibt es DivX Pro nun als werbefreie Trial-Version mit sechsmonatiger Laufzeit -- womit der Codec quasi kostenlos ist. Bei der Installation fragt die Trial laut DivXNetworks lediglich nach, ob sie die Google Toolbar aufspielen soll. Diese neue Vermarktungsstrategie deutet darauf hin, dass sich DivXNetworks zumindest vorerst auf die Zertifizierung von Hard- und Software -- und somit auf Lizenzeinnahmen -- konzentrieren will.

Nicht grundlos drängt DivXNetworks ebenso wie Microsoft und andere vom PC ins Wohnzimmer und hat in diesem Metier derzeit sogar die Nase vorn. Und die Firma will ihr "DivX-Ökosystem" weiter ausbauen: Bis Ende 2004 soll die Zahl der DivX-zertifizierten Geräte auf über 22 Millionen steigen. Derzeit befänden sich weltweit knapp 100 verschiedene Consumer-Geräte mit dem DivX-Stempel in den Läden. Während die so mancher noch auf die ersten WMV-tauglichen DVD-Player mit Chips von Sigma Designs und STMicroelectronics wartet, gibt es von den meisten wichtigen DSP-Anbietern Chips, die für das DivX "Home Theater Profile" zertifiziert sind. Nicht ohne Grund meldet DivX 5.2 nach wie vor DX50 als FOURCC, um mit der inzwischen recht verbreiteten DivX-Hardware kompatibel zu bleiben.

Außer der Codec-Entwicklung und seinem Zertifizierungsprogramm treibt DivXNetworks auch die Verbreitung seiner Digitalen Rechteverwaltung (DivX DRM) voran. Ziel ist es, auf allen DivX-zertifizierten Geräten DRM-geschützte Inhalte aus Online-Videotheken abspielen zu können. (vza)