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Dmexco: Künstliche Intelligenz hilft der Online-Werbung

Von ePrivacy bis zu neuen Industrieallianzen – die Leitmesse des digitalen Marketings arbeitet den aktuellen Stand der Online-Werbung ab.

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Dmexco: Künstliche Intelligenz hilt der Online-Werbung

(Bild: Shannon Kringen, neon puddle, CC BY-SA 2.0 )

Zu der Kölner Messe Dmexco werden ab Mittwoch mehr als 1000 Aussteller und 40.000 Fachbesucher erwartet. Unter neuer Führung präsentiert die Messe eine Mischung aus extensivem Kongress-Programm, klassischem Messebetrieb und Branchenparty. Leitthemen der Messe sind die neuen Datenschutz-Vorschriften, eine neue Ausrichtung auf den Werbekunden und die vielfältigen Anwendungen von Künstlicher Intelligenz bei der Werbeauslieferung.

Auf Silicon-Valley-Prominenz aus der ersten Reihe müssen die Besucher in diesem Jahr verzichten. Die Eröffnungs-Keynote hält Telekom-Chef Tim Höttges, im Verlauf der Messe wird auch TV-Moderator Jan Böhmermann zum werbefinanzierten Podcast-Boom Auskunft geben. Alex Cheng, Vizepräsident beim chinesischen Internet-Konzern Baidu, referiert über die Potenziale Künstlicher Intelligenz in der Werbebranche. Insbesondere im vergangenen Jahr ist die Technik zum Allheilmittel der Branche avanciert, um beispielsweise die Platzierung von Werbung neben kontroversen Inhalten zu unterbinden.

Den traditionellen Branchen-Streit zur Messe trägt in diesem Jahr Klaus-Peter Schulz vom Mediaagentur-Verband OMG bei, der sich gegen Regulierungen aller Art der Werbebranche ausspricht. Dabei will Schulz eine lieb gewonnene Erklärung zur Existenzberechtigung der Werbebranche fallen lassen: Die Adtech-Industrie, Agenturen und vor allem Werbekunden seien nicht verpflichtet mit Werbegeldern die Existenz vertrauenswürdiger Medien sicherzustellen.

"Auch wenn sich ganze Generationen von Medienpolitikern darauf berufen: Bislang gibt es keinen belastbaren wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass Qualitätsmedien eine nachhaltig prägende Funktion in der Meinungsbildung hätten oder gar Meinungsvielfalt garantierten", schreibt Schulz in seinem Beitrag. Für die Branche kommt diese Einlassung freilich ungelegen – versuchen ihre Lobbyisten doch gerade bei der EU günstige Regeln für die kommende ePrivacy-Verordnung durchzusetzen. Auf der Dmexco wird die Finanzierung der Medien durch Werbung Thema auf mehreren Panels sein. (Torsten Kleinz) / (mho)

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