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Döpfner: "Google hat Verlegerrecht ausgehebelt"

"Wir profitieren nicht von dem Traffic, den Google uns verschafft, wir sind komplett davon abhängig", sagte der Präsident des BDZV auf einer Konferenz in Berlin.

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Döpfner: Google hat Verlegerrecht ausgehebelt

Döpfner auf der "Konferenz Chefredakteure" in Berlin.

(Bild: BDZV)

Mathias Döpfner, Chef des Axel Springer Verlags und Präsident der deutschen Zeitungsverleger, wird nicht müde, gegen Google und Facebook zu wettern. Das deutsche Verlegerrecht sei von Google mit seiner Marktmacht faktisch ausgehebelt worden, sagte er auf der Konferenz Chefredakteure des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger in Berlin. "Wir profitieren nicht von dem Traffic, den Google uns verschafft, wir sind komplett davon abhängig." Nur deshalb hätten sich die meisten Verlage den Forderungen des Suchmaschinenanbieters vorerst unterworfen.

Die von der VG Media vertretenen Verlage hatten 2014 von Google unter Hinweis auf das Leistungsschutzrecht Lizenzzahlungen für die Anzeige von Vorschaubildern und Textanrissen verlangt. Nach einer Klage der Verlegerseite kündigte Google an, nur noch Überschriften anzuzeigen. Für Axel Springer ergab sich daraus ein Traffic-Minus von bis zu 40 Prozent, weshalb der Verlag Google im November 2014 wieder Gratisrechte für alle seine Angebote einräumte. Nun erwartet Döpfner, dass das geplante Leistungsschutzrecht auf EU-Ebene für die Verlage einen besseren Hebel ermöglichen werde.

Döpfner bezeichnete sein Verhältnis zu Unternehmen wie Google und Facebook als "gespalten". Beide böten große Chancen, Traffic zu generieren und Reichweite zu erzielen. Zugleich verfolgten diese Plattformen "einen ganz konkreten Zweck, nämlich unsere Reichweite zu monetarisieren, ohne dass sie einen einzigen Inhalt selbst geschaffen haben". (anw)

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