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Dokumente beleuchten Anti-Abwerbeabkommen zwischen IT-Unternehmen

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Vom US-Blog TechCrunch am Donnerstag veröffentlichte Unterlagen enthalten neuen Zündstoff für eine Sammelklage gegen verschiedene Unternehmen der IT-Branche, die sich wettbewerbswidrig abgesprochen hatten, sich gegenseitig keine Mitarbeiter abzuwerben. Das US-Justizministerium hatte deswegen bereits 2010 eine Untersuchung gegen Apple, Google und eine Reihe weiterer Unternehmen eingeleitet. Dieses Kartellverfahren war jedoch beigelegt worden, nachdem sich die beschuldigten Unternehmen verpflichtet hatten, die Absprachen einzustellen. Im Mai 2011 hatte dann ein Software-Entwickler Sammelklage gegen die Unternehmen eingereicht, weil er sich durch die Absprachen in seiner beruflichen Weiterentwicklung eingeschränkt sieht.

Neben Google und Apple wird dabei auch Pixar, Lucasfilm, Adobe, Intel und dem Softwareproduzenten Intuit vorgeworfen, entsprechende bilaterale Absprachen getroffen zu haben. Außerdem wollten sie sich gegenseitig informieren, sollte ein Angestellter von sich aus zu einem der jeweiligen Unternehmen wechseln wollen. Auch Bieterkonflikte bezüglich der zu zahlenden Löhne haben man vermeiden wollen, sowie die Möglichkeit der Angestellten beschränken, für sich höhere Löhne auszuhandeln.

In den öffentlichen Gerichtsunterlagen wird eine E-Mail zitiert, in der es über den damaligen Adobe-Chef Bruce Chizen heißt: "Bruce und Steve Jobs haben eine Vereinbarung, dass wir KEINE Mitarbeiter von Apple umwerben und umgekehrt." Auch dass die Unternehmen von den Absprachen der Konkurrenten untereinander wussten, geht aus den Unterlagen hervor. So schrieb Lori McAdams von Pixar in einer internen E-Mail im April 2007: "Ich habe gerade mit Danielle Lambert [von Apple] telefoniert und wir haben uns darauf geeinigt, ein Gentleman's Agreement einzugehen, wie wir es mit Lucasfilm haben."

Die Anklage wirft den Unternehmen vor, einen wichtigen Teil der Wettbewerbs – den um gute Mitarbeiter – auf diese Weise ungesetzlich ausgehebelt zu haben. Außerdem seien die beruflichen Möglichkeiten der Angestellten eingeschränkt worden. Eine Möglichkeit, ihre Arbeitssituation zu verbessern sei ihnen durch die Absprachen genommen worden. Die Kläger wollen Schadensersatz für alle Beschäftigten der beklagten Firmen erstreiten. Das Verfahren beginnt am 26. Januar mit einer Anhörung. (mho)

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