Menü
Gamescom

Doom Eternal: Rhythmische Dämonenhatz im Shooter-Himmel

Dank der neuen Bewegungsfreiheit spielt sich Doom Eternal wie eine makabere Gewalt-Choreografie. Zeit zum Atmen bleibt dabei kaum.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 91 Beiträge

(Bild: Bethesda)

Von

In vielen Ego-Shootern benutzt man die Taste C zum Schleichen. In Doom Eternal schneidet man mit C finstere Höllendämonen per Kettensäge entzwei. Nachladen braucht man auch nicht, die Taste R ist stattdessen für den Flammenwerfer reserviert. Diese Abweichung von den Genrekonventionen zeigt, worum es auch im kommenden Doom Eternal geht: Um ungehemmte Action. Als wir nach einer halben Stunde die Gamescom-Demo durchgespielt hatten, brauchten wir erstmal eine Pause.

Kettensäge, Flammenwerfer und Nahkampfkills gab es schon in Doom 2016, in Doom Eternal feiern sie ihre brachiale Rückkehr. Das System ist so gut, weil es zur Abwechslung vom bloßen Ballern einlädt. Wer Gegner mit dem Flammenwerfer trifft, regeneriert Rüstung, Nahkampf-Kills bringen Lebenspunkte zurück. Und nach Kettensägen-Kills lassen erledigte Gegner Munition fallen. Man hat also gar keine andere Wahl, als die verschiedenen Aktionen zu nutzen – und auch mal in den Nahkampf zu gehen, statt sich hinter Felsen zu verkriechen. So entsteht auch in Doom Eternal, untermalt von dröhnender Metal-Musik, wieder ein blutiger Rhythmus des Dämonen-Schlachtens, den man so in kaum einem anderen modernen Spiel findet.

Neu in Doom Eternal: Die namenlose Hauptfigur, der "Doom Guy“, kann jetzt per "Dash“ kurze Strecken im Millisekunden zurücklegen, sich also praktisch über das Schlachtfeld teleportieren. Zwei solche Dashes kann man hintereinander durchführen, danach muss man kurz einen Cooldown abwarten. Die Action wird durch den Dash noch rasanter, der Spielrhythmus noch intensiver.

Doom Eternal (10 Bilder)

(Bild: Bethesda)

Der Dash ist Teil eines neuen Parkour-Systems, eine der Änderungen im Vergleich zum Vorgänger. Der Doom Guy kann nun Wände an vordefinierten Stellen hochklettern und per Doppel-Dash und Double-Jump Schluchten überwinden. Außerdem kann man sich von im Level an passenden Stellen platzierten Stangen schwingen. Wird Doom jetzt zum Geschicklichkeitsspiel? Wohl eher nicht. Die Parkour-Abschnitte waren beim Anspielen nahtlos in das Action-Geschehen eingeflochten. Längere separate Spielabschnitte, bei denen es nur ums Klettern ging, sind uns zumindest in der Gamescom-Demo nicht untergekommen.

Stattdessen konnten wir die zusätzliche Mobilität einsetzen, um noch halsbrecherischere Manöver hinzulegen. Dabei half auch die Super-Shotgun, mit der man nun Enterhaken in Dämonen feuern kann, um sich zu ihnen heranzuziehen. Kommen alle Systeme von Doom zusammen, wird aus dem Dämonenschlachten mit etwas Übung eine brachiale Choreografie aus Shotgun, Kettensäge und fliegenden Gliedmaßen. Ein himmlisches Spielgefühl, das aber auch schnell erschöpft. Wer sich etwas mehr Zeit nehmen will, kann seine neuen Bewegungsfähigkeiten auch dazu einsetzen, in der Umgebung nach versteckten Items und Geheimnissen zu suchen. Eine Verschnaufpause kann in Doom Eternal wirklich gut tun.

Publisher Bethesda hat uns in der Demo ein großes Arsenal an abgefahrenen Waffen zur Verfügung gestellt, um die verschiedenen Gegnertypen durch den Fleischwolf zu drehen. Mit der Ballista feuert man ein einzelnes Projektil, das eine Menge Schaden anrichtet, oder einen explodierenden Bolzen, der noch mehr Schaden anrichtet. Die meisten Waffen haben so einen sekundären Feuermodus. Die Plasmakanone feuert etwa einen Strahl, der Dämonen einfriert und schließlich zur Explosion bringt.

Das Waffenfeedback ist, wie man es von einem id-Shooter erwartet, herausragend. Jeder Schuss knallt, dass es einem die Ohren wegfegt. Die Dämonenbrut taumelt, blutet und zerfällt bei Treffern in ihre Einzelteile. Mit gezielten Schüssen kann man bestimmte Dämonentypen nun auch entwaffnen, indem man zum Beispiel ihre Arme wegballert. Das könnte man nun als zusätzliche taktische Tiefe bezeichnen, in erster Linie fühlen sich die Waffen dadurch aber noch besser an.

Vor allem dank der neuen Bewegungsfreiheit ist Doom Eternal noch krasser, noch atemloser als der Vorgänger von 2016. Ab dem 22. November kann man sich auf dem PC, der Xbox One, PS4, Switch und auf Google Stadia in den Irrsinn stürzen. Vielleicht ist es eine gute Idee, schon mal die Sauerstoffflaschen bereitzustellen.

Impressionen von der Gamescom 2019 (63 Bilder)

In Halle 10 können wie immer Retroklassiker wie Daytona USA gespielt werden.
(Bild: heise online / wie)

(dahe)