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Doomsday Clock bleibt bei 2 Minuten vor 12

Die nukleare Bedrohungslage bleibt unverändert hoch, hinzu kommen neue Bedrohungen wie Cyber-Attacken und der Klimawandel.

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Doomsday Clock bleibt bei 2 Minuten vor 12

Die Veteranen mit zusammen 172 Jahren Politikerfahrung enthüllen die Doomsday Clock 2019. Links der ehemalige Gouverneur von Kalifornien Jerry Brown, recht der ehemalige Verteidigungsminister William Perry.

(Bild: thebulletin.org)

Das Team des Bulletin of the AtomicScientists sieht trotz der minimalen Entspannung mit Nordkorea keine Verbesserung der nuklearen Bedrohungslage, es bleibt bei 2 Minuten vor 12 – und das seien "bad news". Wir sind weiterhin "very close to a disaster".

Von Russland gehe zwar eine weitaus geringere Gefahr aus als früher von der Sowjetunion, aber es gebe neue Gefahren, sagte der frühere Verteidigungsminister William Perry. Das seien insbesondere mögliche Cyber-Angriffe, lokale nukleare Auseinandersetzungen – etwa von Nord Korea – sowie möglicher nuklearer Terrorismus.

Besonders deutlich und mit drastischen Worten wies der bisherige Governeur von Kalifornien, Edmund "Jerry" Brown auf das Versagen amerikanischer Politiker hin: "The blindness and stupidity of the politicians is really shocking." Und weiter: "Wir müssen die Leute in Washington, im Land und in der Welt aufwecken." Der US-Kongress müsse sicherstellen, dass hier niemand zuerst auf den Knopf drücke. "Und es müssen unbedingt wieder Gespräche mit den russischen Kollegen auf allen Ebenen aufgenommen werden."

So sieht das auch Sharon Squassoni, Professorin am Institute for International Science and Technology Policy, das Kündigen von Verträgen über die Begrenzung atomarer Sprengköpfe steigere die Bedrohung massiv.

Nach den Worten von Susan Solomon, Professorin für Umweltstudien am Massachusetts Institute of Technology trägt auch der Klimawandel erheblich zum Risiko bei, wenn auch noch nicht jetzt. Aber das Konfliktpotential werde sich in Zukunft deutlich vergrößern. Der prominente Sicherheitsexperte Herb Lin ging auf Cyber-Attacken und deren große Risiken ein, dazu gehören insbesondere auch Wahlmanipulationen.

Auf die Frage von Journalisten, warum Israel immer ausgeklammert wird, bestätigte Sharon Squassoni, dass Israel Atomwaffen besitze und in Zukunft bei Abrüstungsgesprächen unbedingt mit einbezogen werden müsse. Gerade der kürzliche Luftangriff Israels gegen iranische Einrichtungen in Syrien zeige, wo Risiken eines lokalen Einsatzes von Atomwaffen liegen. Von den Journalisten wurde auch die Türkei ins Gespräch gebracht, aber dazu lag kein Statement vor. (as)