DorfFunk-App für ganz Rheinland-Pfalz freigeschaltet

Um die Kommunikation während der Corona-Krise zu vereinfachen, hat Rheinland-Pfalz die App DorfFunk für alle Gemeinden freigeschaltet.

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(Bild: TATSIANAMA/Shutterstock.com)

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Um das erhöhte Kommunikationsbedürfnis der Bevölkerung zu unterstützen, hat der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz (SPD), die App DorfFunk nun für das gesamte Bundesland freigeschaltet. Mit der App für Android und iOS sollen Bürger jenseits von WhatsApp und Co einen Kommunikationskanal untereinander etablieren und gleichzeitig amtliche Bekanntmachungen empfangen können.

Die App umfasst mehrere Rubriken: von amtlichen Bekanntmachungen bis zum digitalen Nachbarschaftsplausch.

(Bild: DorfFunk (Screenshot))

Das Projekt "Digitale Dörfer" startete 2015 und soll die Vernetzung in eher dörflichen Strukturen fördern. Das Konzept besteht aus zwei verschiedenen Teilen: Unter "DorfFunk" können Bürger auf einem gemeinsamen Message-Bord schreiben, Hilfsangebote und Gesuche veröffentlichen oder private Nachrichten austauschen. Gleichzeitig können Gemeindeverwaltungen und Vereine ihre Nachrichten posten, die dann an alle Nutzer verteilt werden. Lokale Geschäfte können aktuelle Angebote einstellen, auch eine Organisation der Abholung für immobile Bürger ist vorgesehen. Die App DorfFunk ist kostenlos und werbefrei für Android und iOS erhältlich.

Bisher waren allerdings nur 13 Gemeinden in der App freigeschaltet worden, die zum Teil mit aufwändigen Informationsveranstaltungen in die neue App vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) in Kaiserslautern eingewiesen wurden. Auch in Sachsen gibt es eine erste Testgemeinde.

Die Anwender können auswählen, aus welchem Umkreis sie Nachrichten lesen möchten.

(Bild: DorfFunk (Screenshot))

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz hat entschieden, die beiden Anwendungen aufgrund des aktuell gesteigerten Bedarfs an digitaler Kommunikation ab sofort landesweit freizuschalten. "In einer Zeit, in der Zusammenhalten Abstand halten bedeutet, muss der soziale Kontakt auf anderen Wegen erfolgen", begründet der Innenminister die Ausweitung des Projekts. Mit der App sollen die Bürger motiviert werden, zu Hause zu bleiben und hilfsbedürftige Nachbarn zu unterstützen.

Wer sich frisch in der App anmeldet, kann zunächst seine Heimatgemeinde auswählen und den Umkreis, aus dem man Nachrichten erfahren möchte. Die meisten Nutzer werden aber zunächst auf weitgehend verwaiste Rubriken stoßen. Um erste Nachrichten für alle Nutzer einbinden zu können, haben die Betreiber ein landesweites Portal eingerichtet. Dieses soll nach und nach durch lokale Nachrichten ergänzt werden. Zu diesem Zweck sollen sich bei den Betreibern Vertreter von Gemeindeverwaltungen, Vereinen und Organisationen melden, die im Wordpress-basierten Portal einen Schreibzugang bekommen.

Das Projekt "Digitale Dörfer" wird vom Innenministeriums in Rheinland-Pfalz mit rund 3,25 Millionen Euro unterstützt. Nach bisherigen Plänen ist die Förderung bis 2021 vorgesehen. (olb)