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Dorothee Bär: Facebook wird zum "Seniorennetzwerk"

Die künftige Staatsministerin für Digitales will auf die Expertise von Jugendlichen setzen und denkt über einen Teenager-Thinktank nach. Soziale Medien wie Facebook hätten bei der jungen Generation inzwischen ausgespielt, findet Bär.

Jugendliche mit Smartphones

(Bild: dpa, Henning Kaiser)

Die designierte Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär (CSU), möchte sich von Jugendlichen im Teenager-Alter beraten lassen. "Ich stelle mir vor, dass wir einen externen Thinktank von Jugendlichen aufbauen, der uns berät und nicht in die Mühlen der Bürokratie eingebunden ist. Jugendliche sehen in der Digitalisierung das Kommende tatsächlich oft früher als Erwachsene", sagte Bär der "Welt".

Das Nutzerverhalten junger Leute im Internet unterscheide sich stark von dem Erwachsener, führte die CSU-Politikerin aus. "Ich erlebe, dass etwa Facebook bei der jüngeren Generation ausgespielt hat. Die werden von der Art, wie da die Beiträge gelistet werden, nicht mehr angesprochen." Facebook werde immer mehr zum Seniorennetzwerk.

Ein Problem sieht Bär darin, dass soziale Netzwerke wie Facebook Beiträge vor allem nach Relevanz oder Beliebtheit sortieren und nicht nach Aktualität. Darüber wolle sie mit den zuständigen Unternehmen wie Facebook und Google reden. "Ich wünsche mir wieder eine Echtzeitleiste, die die Menschen nicht nur mit dem konfrontiert, was sie wissen wollen, sondern auch mit dem, was sie wissen müssen, was gerade im Moment passiert."

Bär war zuvor schon mit markanten Äußerungen zu Flugtaxis sowie verpflichtendem Programmierunterricht in Schulen an die Medien gegangen. Im "Welt"-Interview äußerte sie sich außerdem zum Thema Datenschutz und meinte, dieser sei wichtig, dürfe jedoch Innovationen nicht ausbremsen. Im Gesundheitssektor etwa müsse die problemlose Weitergabe der Patientendaten von Arzt zu Arzt möglich sein, weil die Bürger die beste Versorgung erwarteten. Den Begriff Datenschutz nannte Bär "schwierig" und würde ihn lieber gegen "Datensouveränität" austauschen.

Zum Thema Leistungsschutzrecht sagte Bär, Verlage benötigten ein zeitgemäßes Geschäftsmodell, beim dem Google als wichtiger Kanal zu den Lesern fungieren könne. Eine Regulierung wie das Leistungsschutzrecht könne zwar manche Trends verzögern, jedoch nicht aufhalten – und das Erwachen sei dann womöglich umso schmerzhafter. Dorothee Bär hatte 2013 als einzige CSU-Abgeordnete gegen den Gesetzentwurf gestimmt. (mit Material von dpa) / (tiw)

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