Dotwin-Verschwörung nur ein Hoax

Dotwins, kleine Pappscheiben, die der TV-Senders ProSieben an Zuschauer verteilen lässt, beflügeln die Phantasie der User von Internet-Boards.

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Ein Werbegag des TV-Senders ProSieben hat in den vergangenen Tagen für die Verbreitung einer Verschwörungstheorie gesorgt. Auslöser der Spekulationen sind kleine Pappscheiben, die von Zuschauern während spezieller Sendungen an die Mattscheibe geklebt werden müssen. Diese so genannten Dotwins berechtigen zur Teilnahme an einem Gewinnspiel. Preise soll es aber nur geben, wenn die Zuschauer die Sendung bis zum Ende ansehen. Nach Berichten von Usern einiger Internet-Boards sollen Dotwins allerdings mehr Innenleben enthalten, als dem Publikum lieb sein kann.

Verschiedene Quellen im Internet verbreiteten gestern die Nachricht, die von ProSieben gestartete Aktion würde dem Ausspionieren der Fernsehzuschauer dienen. Ein mit CC128-A4 bezeichneter Spionage-Chip der Siemens-Tochter Infineon sei entgegen der Aussage von Pro Sieben das eigentliche Kernstück der lichthungrigen Pappscheibe. Über die Kabelnetze könnten dann sowohl Fabrikat und Typ des verwendeten Fernsehgerätes, als auch die Anzahl der Zuschauer, die vor der Glotze hocken von ProSieben ermittelt werden. Besonders schlimm sollte es danach den Schwarzsehern gehen, da alle "Dotwin"-Adressen an die GEZ übermittelt würden. An der "Verschwörung" seien außer ProSieben auch alle Werbepartner wie T-D1, Shell und McDonalds beteiligt. Auch bei heise online meldeten sich Leser, die sich nach dem Wahrheitsgehalt der Geschichte erkundigten.

Ein in die Redaktion mitgebrachter und sezierter Dotwin brachte schnelle Aufklärung: Außer Pappe und Plastik sind keine weiteren Teile enthalten, weder ein Chip noch sonstige Elektronik. Für ProSieben hat sich die Aktion auch ohne Spionage-Chip gelohnt. Wenn eine Dotwin-Sendung läuft, verzichten dem Vernehmen nach viele Zuschauer auf das sonst übliche Zappen. (siehe hierzu auch Telepolis-Artikel:"Führ mich hinters Licht") (dal)