Menü

Drahtlos glücklich: Bluetooth-Kopfhörer zwischen 20 und 60 Euro

Spätestens seit bei vielen Smartphones die Klinkenbuchse fehlt, sind Kabel out. Bluetooth-Kopfhörer gibt es bereits ab 20 Euro. Was taugen die Billigheimer?

Drahtlos glücklich: Bluetooth-Kopfhörer zwischen 20 und 60 Euro

Musikhören mit Bewegungsfreiheit ist ein erstaunlich billiges Vergnügen: Schon ab 20 Euro bekommt man Bluetooth-Kopfhörer. Mit ihnen baumeln keine nervigen Strippen im Gesicht herum und man bleibt auch nirgendwo hängen. Angesichts von Edelmodellen für 300 Euro stellt sich natürlich dir Frage. Taugen Kopfhörer für 20 bis 60 Euro überhaupt zum Musikhören auf Reisen oder für den Podcast daheim?

c't ist dieser Frage in einem Test von neun Kopfhörer nachgegangen. Die Geräte mussten sich beim subjektiven Probehören der Tester ebenso behaupten wie am unbestechlichen EARS-Kunstkopf von Minidsp und im Vergleich zum sehr neutral klingenden Sennheiser HD600 – der mit 280 Euro allerdings in einer ganz anderen Liga spielt als die neun Testkandidaten.

Erfreulich: Alle getesteten Kopfhörer boten ein solides Bass-Fundament, was man von den vielen Billig-Stöpseln, die sich über die Jahre in den Technik-Schubladen der Redaktion angesammelt haben, nicht behaupten kann. Außerdem hielten fast alle Geräte mit einer Akkuladung mindestens 12 Stunden durch, die Kopfhörer von Sony und Panasonic sogar 42 respektive 35 Stunden. Nur ein Testkandidat, der BT809 von Aita, kam lediglich auf magere sechs Stunden.

Die Bluetooth-Kopplung funktionierte ausnahmslos mit allen Testgeräten einwandfrei und schnell, und zwar sowohl mit Android als auch mit iOS. Bei aktiver Bluetooth-Verbindung kam es bei einigen Geräten zu Aussetzern; zum Beispiel beim Radfahren, wenn das Smartphone in der linken Hosentasche steckte. Das Problem trat bei Fresh'n Rebel Caps, Panasonic RP-BTD10E-K, Skullcandy Grind und (selten) beim Philips Flite SHB4805DC auf.

Auf die auf manchen Verpackungen vermerkte Geräuschunterdrückung darf man in diesem Preisbereich nicht hoffen. Auch wenn beispielsweise Motorola beim Pulse Escape mit "Noise insulation" wirbt und Fresh’n Rebel mit blockierten Umgebungsgeräuschen: Die beschriebene Dämmwirkung hat nichts mit aktivem Noise-Cancelling zu tun, sondern ist ganz profan auf den Anpressdruck der Hörer zurückzuführen.

Da jeder Mensch eine andere Kopfform und andere Ohren hat, sollte man vor einem Kauf unbedingt selbst ausprobieren, ob der Wunsch-Kopfhörer womöglich zu fest sitzt. Die Tester der c't haben die Geräte über Stunden getragen um herauszufinden, ob es irgendwann drückt, und die Ergebnisse im Testbericht Soul per Funk festgehalten. Dem Flite SHB4805DC von Philips und den Kopfhörer von Fresh’n Rebel und Skullcandy bescheinigten sie darin den angenehmsten Tragekomfort. Klanglich spielten der T450BT von JBL und Skullcandy Grind sehr gut auf.

Die meisten Bluetooth-Kopfhörer haben an ihrem zusätzlichen Kabelanschluss eine Impedanz von 32 Ohm. Sie lassen sich also problemlos an mobilen Abspielgeräten mit geringer Ausgangsspannung betreiben. Die Herstellerangaben auf den Verpackungen zum Frequenzbereich oder der Größe des Wandlers sagen indes nichts über den Klang aus. Dieser hängt auch sehr stark von der Polsterung und vom Sitz ab: Schließen die Kopfhörer das Ohr beispielsweise nicht dicht ab, bricht die Basswiedergabe stark ein.

Den kompletten Test der günstigen Bluetooth-Kopfhörer finden Sie in c't 19/2018:

(uk)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige