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Drastischer Gewinneinbruch bei EADS

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Noch fliegt der Transporter A400M nur im Computer. [Bild: EADS]

Während die drei größten US-amerikanischen Rüstungs- und Technologiekonzerne Lockheed Martin, Northrop Grumman und Boeing gerade mit guten bis sehr guten Quartalsergebnissen glänzen, wartete ihr europäisches Pendant EADS am heutigen Donnerstag mit deutlich schlechteren Zahlen auf: Gewinneinbruch im zweiten Quartal um 85 Prozent, Umsatzrückgang um vier Prozent. Als Konzernergebnis stehen bei EADS für den Zeitraum April bis Juni 2007 lediglich 81 Millionen Euro in den Büchern. Im Vergleichsquartal des Vorjahres waren es immerhin noch 534 Millionen Euro. Die Erlöse nahmen um 388 Millionen auf 9,509 Milliarden Euro ab.

Den größten Umsatzrückgang verzeichnete der Geschäftsbereich "Militärische Transportflugzeuge" mit minus 59 Prozent. Dies sei auf "das Fehlen erreichter Meilensteine im A400M-Programm" zurückzuführen, heißt es im Geschäftsbericht. Der A400M ist ein mittelgroßer Transporter mit vier Turboprop-Triebwerken und einer Tragkapazität von bis zu 37 Tonnen. Nach Problemen mit der Triebwerksaufhängung wurde der Erstflug der Maschine inzwischen auf September 2008 verschoben. EADS-Angaben zufolge könnten "späte Design-Anpassungen notwendig werden".

Das Geschäftsfeld mit dem größten Gewinneinbruch im zweiten Quartal war "Eurocopter". Obwohl der Weltmarktführer bei zivilen Hubschraubern (der Marktanteil im Militär-Segment liegt bei etwa 25 Prozent) den Umsatz um 19 Prozent auf 973 Millionen Euro steigern konnte, blieben als EBIT-Ergebnis (vor Zinsen und Steuern) nur 2 Millionen Euro übrig. Hier sei eine Anpassung der Gesamtkosten (Cost of Completion) im Programm des militärischen Mehrzweck-Hubschraubers NH90 nötig gewesen, heißt es bei EADS. Im zweiten Quartal 2006 hatte "Eurocopter" ein EBIT-Ergebnis von 60 Millionen Euro erwirtschaftet.

Im Geschäftsbereich "Verteidigung und Sicherheit" sanken die Umsätze um ein Prozent auf 1,265 Milliarden Euro. Höhere Erlöse bei Secure Networks und Missionssystemen wurden laut EADS von einem leichten Rückgang im Lenkflugkörpergeschäft aufgezehrt. Die Geschäftseinheit Defence and Communications Systems und das Eurofighter-Programm hätten eine gute operative Leistung erzielt. Vom Emirat Katar erhielt EADS zuletzt den Auftrag zum Aufbau eines radargestützten Schutzschildes für die Sicherheit des Landes am Persischen Golf.

Der A350XWB soll im Jahr 2013 ausgeliefert werden. [Bild: EADS]

Die Raumfahrt- und Satellitensparte EADS Astrium steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 1 Prozent auf 791 Millionen Euro. Hier erwartet der Konzern künftig kräftige Wachstumsimpulse. So wurde im Rahmen der Pariser Luftfahrtschau eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) hinsichtlich der Produktion von 35 Trägerraketen vom Typ Ariane 5 ECA unterzeichnet. Dies gewährleiste Kontinuität im Trägergeschäft über das Jahr 2010 hinaus, heißt es bei EADS. Einschließlich von vier im ersten Halbjahr 2007 bestellten Telekommunikationssatelliten verfügte EADS Astrium Ende Juni 2007 über einen Auftragsbestand von 13,1 Milliarden Euro.

Das Geschäft mit Passagierflugzeugen war im zweiten Quartal rückläufig: Airbus meldete einen Umsatzrückgang um sieben Prozent auf 6,283 Milliarden Euro. Das EBIT-Ergebnis sackte um 89 Prozent auf 88 Millionen Euro ab und wurde von EADS mit einer Rückstellung für Kosten im Zusammenhang mit dem Programmstart des künftigen Großraumflugzeugs A350XWB (eXtra Wide Body) sowie "produktionsbegleitenden Kosten für den A380" begründet. Belastet wurde das Konzernergebnis zudem durch Aufwendungen für das Airbus-Sanierungsprogramm Power 8. (pmz)