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Update

Drastischer Stellenabbau bei Telefónica Deutschland

Durch den Zusammenschluss mit E-Plus ist Telefónica Deutschland vor wenigen Wochen zum größten Mobilfunkanbieter in Deutschland aufgerückt. Für etliche Mitarbeiter hat die Verschmelzung schlimme Folgen.

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Der Telekommunikationskonzern Telefónica Deutschland setzt wenige Wochen nach der vollständigen Übernahme von E-Plus den Rotstift an. Wie die dpa aus Unternehmenskreisen erfuhr, sollen in den nächsten Jahren 1600 Arbeitsplätzen gestrichen werden. Die Mitarbeiter wurden am Freitag über die Pläne informiert.

1600 der 9100 Stellen sollen wegfallen

(Bild: Telefonica Deutschland)

Derzeit hat das Unternehmen insgesamt 9100 Stellen. Betroffen von dem Abbau sind unter anderem die Standorte Düsseldorf und München. Mitarbeitern sollen unter anderem Abfindungen angeboten werden. Betriebsbedingte Kündigungen sollen nach Möglichkeit vermieden werden. Größter Standort des Unternehmens ist die Zentrale in München mit derzeit rund 2600 Mitarbeitern. In Düsseldorf, dem E-Plus-Standort, arbeiten rund 1000 Menschen, in Hamburg 700.

Durch den Zusammenschluss mit E-Plus war Telefónica gemessen an den Kundenzahlen zum größten Mobilfunkkonzern Deutschlands aufgerückt. Die EU-Kommission hatte Ende August grünes Licht für den Zusammenschluss gegeben. Seit Anfang Oktober ist E-Plus eine 100-prozentige Tochter von Telefónica.

Der Konzern hatte schon angekündigt, durch den Zusammenschluss massiv Kosten sparen zu können. Als Ziel wurden rund 5 Milliarden Euro Synergien genannt. Unter anderem sollen Stellen gestrichen werden, die sich durch den Zusammenschluss doppeln. Zusätzliche Jobs fallen aber auch durch technische Veränderungen weg – unter anderem durch die geringere Nutzung von Telekommunikationsangeboten wie SMS.

Update 17.10.14, 13.38 Uhr: Telefonica betont, es gehe vor allem darum, "Doppelfunktionen" abzubauen. Davon seien beide Fusionspartner, also auch E-Plus, gleichermaßen betroffen. Dabei strebe das Unternehmen an, betriebsbedingte Kündigungen so weit wie möglich zu vermeiden; es soll ein Abfindungsprogramm für ausscheidende Mitarbeiter geben. Der Standort Düsseldorf werde neben dem Hauptsitz München eine wichtige Funktion in der Unternehmensgruppe behalten. Hamburg bleibe wesentlicher Standort unter anderem für das Festnetzgeschäft von Telefónica Deutschland.

Die Digitalisierung eröffne erhebliche Potenziale, stelle die gesamte Branche aber auch vor umfangreiche Herausforderungen. So werde herkömmliche Sprachtelefonie im Vergleich zu mobilen Datendiensten immer weniger genutzt. Um dem gerecht zu werden, müsse verstärkt in die Netzinfrastruktur investiert werden. "Die neue Telefónica Deutschland setzt deshalb auf konsequente Vereinfachung und Digitalisierung, um in allen Bereichen schlanke und effiziente Strukturen aufzubauen", heißt es in einer Mitteilung. (mit Material der dpa) / (anw)