DreamHack: Ausflug zur großen LAN-Party und zu den CaseModdern

Die DreamHack Leipzig – bestehende aus LAN-Party, Messe und Turnieren – zog 23.000 Zuschauer an.

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Chillen in der LAN-Area der DreamHack.

(Bild: heise online / René Meyer)

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Am vergangenen Wochenende fand in Leipzig zum fünften Mal die deutsche Ausgabe der DreamHack statt. Mit der ungewöhnlichen Mischung aus LAN-Party, Messe und Turnieren auf großer Bühne ist das Festival erneut ein Stück gewachsen, auf mittlerweile 23.000 Besucher. Die Nische hat Leipzig ein wenig mit dem Verlust der Games Convention vor einem Jahrzehnt versöhnt.

Herzstück war die 56 Stunden dauernde LAN-Party. Eigentlich gilt die Ära der großen LAN-Partys als schon lange vorbei; übrig geblieben sind kleine regionale Treffen. Dennoch war die DreamHack bereits im ersten Jahr mit 1000 gebuchten Plätzen ein Überraschungserfolg. Mittlerweile fanden sich mehr als 2000 Teilnehmer ein.

DreamHack in Leipzig 2020 (59 Bilder)

Der Messebereich war unterteilt in einen Bereich ab 12 und einen ab 16 Jahren.
(Bild: heise online / René Meyer)

Die Messe war nicht mit einer normalen Spielemesse zu vergleichen. Statt Spiele-Unternehmen stellten Hardware-Aussteller wie Samsung und LG aus. Die demonstrierten ihre Monitore, Tastaturen und Mäuse freilich auch mit Spielen, aber nicht an Neuheiten. Selbst mit ungewöhnlichen Ausstellern wie Gillette, SAP und eine Krankenkasse gelang es nicht, eine ganze Halle zu füllen. Bekannte Publisher wie Blizzard mit Titeln wie "StarCraft" und "Overwatch", Riot Gaming mit "League of Legends", WarGaming mit "World of Tanks" und Electronic Arts mit "FIFA" fehlten wie auch die vier Jahre zuvor.

Im Indie-Bereich hingegen stellten Entwickler-Studios aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt und vor allem aus Leipzig aus; darunter René Perlbach, der mit Unity an dem im Retro-Look getauchten "Potion Party" arbeitet, bei dem der Spieler in einen Alchimistenladen versetzt wird. Oder Infection Games, die einen ersten Prototypen der Zombie-Apocalypse "Ciconia" vorführten.

Ein Teil der DreamHack bestand aus den Deutschen Casemod-Meisterschaften. Sie wurde erstmals 2002 ausgetragen, war später Teil der Gamescom und zog voriges Jahr auf die DreamHack. Besucher konnten originell gestaltete PC-Gehäuse bestaunen, die Live-Challenge verfolgen und auch selbst Hand anlegen. Erstmals durften dieses Jahr Teilnehmer an der LAN-Party ihre Rechner für die DCMM anmelden (ohne sie am DCMM-Stand ausstellen zu müssen).

Für eine auf E-Sport spezialisierte Messe tat sich die DreamHack immer ein wenig schwer, prestigeprächtige Austragungen nach Leipzig zu holen. Dieses Jahr konnte sie jedoch eine Ausgabe der mit einer Million US-Dollar an Preisgeldern dotierten DreamLeague gewinnen, bei der Fünferteams im Action-Strategiespiel "DOTA 2" gegeneinander antreten. Dafür wurde ein spektakuläres Bühnen-Setup mit großen Bildschirmen und Licht-Ensembles arrangiert.

Kaum weniger anziehend waren die Austragungen der DreamHack Open mit dem Ego-Shooter "Counter-Strike – Global Offensive" mit 100.000 Dollar an Preisgeldern. DreamHack-Mitorganisator XMG richtete für die deutschsprachigen Meisterschaften von "Rainbow Six Siege" einen eigenen Bereich ein, der nur für Erwachsene zugänglich war.

Daneben wurden kleinere Austragungen angeboten, an denen häufig Besucher teilnehmen konnten. Neben zahlreichen Mini-Turnieren und Wettbewerben war die DreamHack Gastgeber der E-Sport-Liga für den "Landwirtschafts-Simulator", den European Smash Curcuit für "Super Smash Bros." von Nintendo und den Amateur-Pokal des eSport-Bund Deutschland. (anw)