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Dreamcast-Spiel ist mit Kriz infiziert

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Das hat die Spielkonsole Dreamcast auf ihre letzten Tage sicherlich nicht verdient: Zum ersten Mal wurde ein mit einem gefährlichen Virus infiziertes Dreamcast-Spiel gepresst und ausgeliefert. Dabei handelt es sich um den japanischen Strategie-Titel Atelier Marie, der mit dem Kriz-Virus verseucht ist. Der wiederum versteckt sich in dem mitgelieferten Bildschirmschoner, der, sobald er auf einem PC gestartet wird, den Virus aktiviert.

Wie es zu dieser Panne bei der Produktion kommen konnte, ist noch nicht bekannt. Der Antiviren-Experte Sophos warnt bereits auf der Website vor den Folgen einer möglichen Infektion und vergleicht den Virus mit dem CIH-Schädling (oder auch Chernobyl genannt). Natasha Staley vom Antiviren-Experten Sophos spekulierte gegenüber The Register dahingehend, dass der Entwickler auf einer bereits infizierten Maschine gearbeitet hatte.

Der Kriz-Virus ist sehr gefährlich. Er löscht am 25. Dezember alle Dateien auf der Festplatte, den CMOS-Speicher und versucht, das Flash-BIOS zu überschreiben. Darüber hinaus ist der Virus in Windows-32-Systemen funktionsfähig und infiziert EXE-Dateien. Zudem greift er auf die Kernel32.DLL zu, sodass er nach dem Windows-Start auf viele Funktionen zugreifen und diese auslesen kann.

Unterdessen hat Kool Kizz, die Entwicklungsfirma von Atelier Marie, das Spiel aus den Geschäften zurückgerufen und entschuldigt sich auf ihrer Website bei den betroffenen Anwendern. "Obwohl sich die infizierte Version des Spiels wahrscheinlich nur in Japan verbreitet hat, rät Sophos jedem, der ein Exemplar des Spiels hat, dieses zurückzugeben oder zu vernichten", heißt es auf der Sophos-Website. Dies richtet sich insbesondere an diejenigen, die sich den Titel aus Japan importiert haben. (daa)