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Dreamcast für Sega ein finanzieller Albtraum

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Der japanische Videospielekonzern Sega kommt dank der Dreamcast einfach nicht aus den roten Zahlen heraus. Nach den Verlusten der vergangenen Jahre, die sich nach der Markteinführung der Dreamcast noch vergrößert hatten, und Minuszahlen in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres nahm das Unternehmen heute seine Prognosen für das gesamte Geschäftjahr zurück.

Das Unternehmen erwartet nun einen Verlust vor Steuern und Zinsen von 18,1 Milliarden Yen (knapp 193 Millionen Euro), der Nettoverlust soll 23,6 Milliarden Yen (251,6 Millionen Euro) betragen. Erst im Oktober hatte Sega seine Erwartungen korrigiert: Statt von einem Gewinn in Höhe von 2,6 Milliarden Yen (27,7 Millionen Euro) ging man nun von einem Verlust vor Steuern und Zinsen von 16,8 Milliarden Yen (179 Millionen Euro) aus.

Zuvor hatte sich herausgestellt, dass im ersten Halbjahr statt des vorausgesagten Nettoverlustes von 29,2 Milliarden Yen (311 Millionen Euro) sogar ein Minus in Höhe von 32,5 Milliarden Yen (346,5 Millionen Euro) eingefahren worden war. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag der Verlust noch bei "nur" 19,1 Milliarden Yen (203,6 Millionen Euro). Beibehalten hat der weltweit drittgrößte Spielkonsolenhersteller seine Umsatzerwartung von 320 Milliarden Yen (3,4 Milliarden Euro) für das laufende Gesamtjahr.

Sega teilte mit, dass man Geld durch die Preissenkungen verloren habe. Analysten konnte Segas Strategie, die Preise für die Dreamcast herunterzuschrauben, um mit der Playstation 2 konkurrieren zu können, allerdings nicht überzeugen. Ihrer Meinung nach würden die Kunden die DVD-Unterstützung und die bessere Grafikqualität der Playstation 2 einem niedrigerem Preis vorziehen. Shunji Yamashina, Analyst bei der Societe Generale Securities (NP) Ltd. fordert sogar, dass Sega wegen Sonys Marktmacht den Spielkonsolen-Bereich ganz aufgibt und sich auf die Spielesoftware konzentriert, einem Bereich, in dem die Firma durchaus erfolgreich sei. Seit März diesen Jahres konnte das Unternehmen immerhin 30,2 Millionen Spiele verkaufen.

Sega Aktien fielen seit Jahresbeginn um 76 Prozent. Kritiker gehen nicht mehr davon aus, dass der Konzern in die Gewinnzone zurückkehren wird, solange die Dreamcast auf dem Markt ist.

Der Verkauf der Playstation 2 in Deutschland startete heute Nacht um 0.00 Uhr in Berlin, der von Sony erwartete Massenansturm blieb allerdings aus. Auf Reaktionen von Testern, die zuvor am Sony Center an zehn Fernsehschirmen die ersten Spiele in Augenschein nehmen durften und sich über die Leistung der PS2 enttäuscht zeigten, reagierte Sonys Pressesprecher Jürgen Krenz-Göllinger mit dem Hinweis, die Möglichkeiten des Geräts würden noch nicht voll ausgereizt. Erst 20 Prozent des Potenzials, so hieß es am Potsdamer Platz, würden genutzt. Auch wenn sich Programmierer auf neue Geräte immer erst einstellen müssen und daher über die Zeit meist eine Steigerung zu erkennen ist, halten Kritiker diese Einschätzung doch für übertrieben.

Mehr zum bevorstehenden Konkurrenzkampf der Konsolen in Telepolis: Give me Playstation or Death! (nij)