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Dreamforce 2019: Barack Obama warnt vor gesellschaftlichen Auswirkungen

Barack Obama erwies sich auf der Salesforce-Messe als Publikums-Supermagnet. Er sprach über soziales Engagement und über Technikfolgen für die Gesellschaft.

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(Bild: Salesforce)

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Zwei Stunden, bevor das groß angekündigte Gespräch zwischen Salesforce-Chef Marc Benioff und dem hierzu geladenen ehemaligen US-Präsident Barack Obama begann, hatten sich Dreamforce-Teilnehmer, die das Event vor Ort verfolgen wollten, zu einer gut 100 Meter langen Schlange vor dem Einlass gesammelt. Die geschätzt 8.000 Teilnehmer, die in der Halle Platz fanden, begrüßten Barack Obama mit anhaltendem, tosendem Applaus.

Zusammen mit lockerem Smalltalk schilderte Obama seine aktuellen persönlichen Ziele, künftige Führungskräfte für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in den USA und anderen Ländern heranzubilden. Für die Motivation dafür geeigneter Kandidaten führte er an, diese würden von sich aus dort angezogen, wo man voranbringe. Abschreckende Faktoren seien träge, verkrustete Instanzen, denen womöglich noch der Ruf der Korruption anhänge und in denen es den Funktionären anscheinend mehr um ihren Machterhalt als ums gesellschaftliches Wohl gehe. Obama erwähnte mit keinem Wort die aktuelle Trump-Administration, aber der Publikumsreaktion war deutlich anzumerken, dass man genau dort das Ziel seiner Äußerungen sah.

Gleichermaßen als allgemeinen Aufruf formulierte Obama die Forderung nach sexueller, ethnischer, religiöser und kultureller Gleichbehandlung. "Diversity ist keine Charity, nichts, was wir nur tun, um nett zu sein". Er konkretisierte das mit einem Beispiel: "Wenn wir in einem Gremium keine Frauen haben, fehlt uns eine Menschengattung mit eigenen Erkenntnissen". Auch bei dieser Ausführung mag es sich um einen gezielten Nadelstich handeln, diesmal aber gegen den Dreamforce-Veranstalter Salesforce mit unterdurchschnittlicher Frauen- und Minderheitenquote in seinen Führungsgremien.

Befragt nach seinen dringendsten aktuellen Sorgen nannte Obama mit besonderem Gewicht den Klimawandel, "weil wir da schon zu spät dran sind". Außerdem beklagte er soziale Ungleichheiten weltweit; "turbogeladen durch die Globalisierung der Wirtschaft", und ging an dritter Stelle auf die Folgen moderner Kommunikation ein. Vor dreißig Jahren habe es nur Zeitungen und eine Handvoll Fernsehkanäle gegeben. Menschen unterschiedlicher Ausrichtungen hätten gar nicht umhingekonnt, sich mit Andersdenkenden über diese wenigen Informationsangebote auseinanderzusetzen. Heute dagegen könne man sich wie Alice im Wunderland ganz tief in ein Kaninchenloch wie Youtube, Instagram, die US-Medien Foxnews oder New York Times versenken und lebe fortan in einer ganz eigenen Realität. "Was heute geschieht, ist, dass die Leute nicht mehr wissen, was wahr und was unwahr ist und was sie glauben sollen. Deshalb haben wir so viele Probleme mit unserer politischen Kultur."

Weitere Infos zur Dreamforce 2019:

(hps)