Salesforce auf der Dreamforce 2019: Neuigkeiten, PR und Protest

Marc Benioff, Chef des Clouddienst-Anbieters Salesforce, eröffnete dessen Hausmesse mit verbreitertem Softwareangebot und großem sozialem Engagement.

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Dreamforce 2019: Neuigkeiten, PR und Protest auf der Keynote
Von
  • Hans-Peter Schüler

Marc Benioff startete die Salesforce-Hausmesse Dreamforce vor 170.000 zahlenden Besuchern in San Francisco mit zahlreichen Vorstellungen neuer Aktivitäten. Das betrifft die Folgen von Unternehmensakquisitionen wie des Software-Integrators Mulesoft und des BI-Spezialisten Tableau.

Salesforce-Sprecher stellten auch die Früchte eigener Entwicklungsarbeit vor, etwa für interaktive E-Mails, in denen der Empfänger unmittelbares Feedback an den Absender zurückgeben kann, oder Einstein Voice. Diese Software taugt sowohl zum eigenständigen Chatbot, mit dem man ganz normal telefonieren kann, als auch zum sogenannten Call Coaching, mit dem sie Callcenter-Mitarbeitern nach einem Telefonat eine inhaltliche Analyse ihres Gesprächs offeriert.

Außer der puren Technik stand auch der Unterhaltungswert im Fokus – mit einem viertelstündigen Auftritt der Soul-Sängerin Alicia Keys. Und es ging um gesellschaftliches Engagement. Salesforce engagiert sich nicht nur jährlich mit einem Prozent seines Kapitals für gemeinnützige Zwecke, sondern fördert jeden Interessenten durch sein kostenloses Trailhead-Schulungsangebot. Damit kann man sich – neuerdings auch per iOS-App – für 700 Prüfungsnachweise qualifizieren, die mitunter auch zum Hochschulbesuch berechtigen.

Ungeachtet solch wohlklingender Äußerungen wurde Benioff unvermittelt von einem schreienden Protestler unterbrochen. Den konnte man zwar, weil er keinen Zugang zu einem Mikrophon hatte, nicht verstehen, doch er konnte die Veranstaltung wirksam stören. Benioff gestand dem Eindringling auf Anhieb 30 Sekunden Redezeit zu, danach solle er verschwinden.

Die 30 Sekunden erhielt er auch – auf den Video-Leinwänden erschien sofort ein 30-Sekunden-Countdown, danach wurde der Protestler, dem es offenbar um einen umstrittenen Kontrakt von Salesforce mit der US-amerikanischen Customs and Border Protection ging, hinausgeleitet. Benioff nutzte den Vorfall, seine Vorliebe für freie Rede zu verkünden. Insgesamt lief der Zwischenfall so glatt ab, dass man sich fragen muss, ob das Ganze nicht von vornherein im Veranstaltungsdrehbuch gestanden hat. (hps)