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Drei Interessenten für die AT&T-Kabelfernsehsparte

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Rangelei um AT&T Broadband: Drei der größten amerikanischen Kabelfernsehunternehmen, AOL Time Warner, Comcast und Cox Communications, haben konkurrierende Kaufofferten für den amerikanischen Kabel-TV-Branchenführer abgegeben. Microsoft will die Angebote von Comcast und Cox unterstützen, damit die Kabelfernsehsparte von AT&T nicht an den Internet-Konkurrenten AOL Time Warner geht. Dies berichten US-Medien am Dienstag. Die Unternehmen nahmen dazu keine Stellung. Man hoffe, bis zum Jahresende eine Entscheidung über die Breitband-Sparte zu haben, erklärte AT&T.

Microsoft hatte auch eine Direktinvestition von vier Milliarden Dollar erwogen. Falls es dazu kommt, könnte es ein Argument für AT&T sein, die Sparte selbstständig zu halten. Es sei unklar, ob Microsoft diese Option noch in Erwägung ziehe, berichtete das Wall Street Journal. Der AT&T-Verwaltungsrat wolle am kommenden Samstag die Offerten überprüfen. Eine Entscheidung könne schon Anfang nächster Woche fallen, schreibt die Zeitung.

AT&T wollte seine Kabelfernsehsparte ursprünglich kommendes Jahr verselbstständigen. Dann kam aber die Comcast-Kaufofferte von 40 Milliarden Dollar, die der Telekom- und Kabelfernsehriese AT&T rasch zurückgewiesen hatte. Die AT&T Broadband hat 14,4 Millionen Kabelfernsehkunden. AOL Time Warner ist mit 12,7 Millionen Kunden die US-amerikanische Nummer zwei. An dritter Stelle folgt Comcast mit 8,7 Millionen angeschlossenen Haushalten.

Die meisten der AOL-Time-Warner-Kabelfernsehkunden sowie das Filmstudio Warner Brothers und der Kabelfernseh-Filmkanal HBO gehören zur Time Warner Entertainment. Diese wird zu 75 Prozent von AOL Time Warner und zu 25 Prozent von AT&T kontrolliert. AOL Time Warner würde gerne die volle Kontrolle über Time Warner Entertainment bekommen, doch konnte sich das Unternehmen in zweijährigen Verhandlungen mit AT&T nicht über einen Preis einigen.

Die Offerte von AOL Time Warner sieht eine Verselbstständigung der AT&T-Sparte und eine sofortige Fusion mit dem eigenen Kabelfernsehbereich Time Warner Cable vor. Die AT&T-Aktionäre müssten mindestens 50 Prozent der zusammengeschlossenen Firma kontrollieren, damit die Transaktion steuerfrei wäre. AOL Time Warner würde 40 bis 45 Prozent Anteil erhalten, erklärte die Zeitung. Comcast habe seine ursprüngliche Offerte teilweise geändert, einschließlich der Stimmrechtsstruktur und des Preises. Cox habe als Teil seines Aktientauschangebots ein Aufgeld geboten. (dpa) / (dpa) / (anw)

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