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Drei Viertel sind außerhalb der Arbeitszeit für Kollegen erreichbar

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77 Prozent der Berufstätigen in Deutschland sind außerhalb ihrer regulären Arbeitszeiten für Kollegen, Vorgesetzte oder Kunden per Handy oder E-Mail erreichbar. 30 Prozent sind es sogar jederzeit, 32 Prozent zu bestimmten Zeiten, zum Beispiel abends an Wochentagen oder am Wochenende. Das ergab eine Studie (PDF-Datei) des IT-Branchenverbands Bitkom. Dafür wurden vom Meinungsforschungsinstitut Aris 505 Berufstätige und Personalverantwortliche von 854 Unternehmen befragt.

"Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten klare Vereinbarungen über Arbeitszeiten und Erreichbarkeit treffen", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. Feste Arbeitszeiten und ortsgebundene Arbeitsplätze seien dank neuer Technik für viele Büro-Jobs nicht mehr zeitgemäß. Eine gesetzliche "Antistress-Verordnung" lehnt der Bitkom dagegen ab. Derlei hatte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen im Juni 2012 ins Spiel gebracht. Kempf meint, das deutsche Arbeitsrecht reiche aus, um die Folgen der Digitalisierung für die Arbeitswelt zu regeln."

Eine Bitkom-Studie vom Juli 2011 hatte noch ergeben, dass 88 Prozent der befragten 1000 Berufstätigen auch außerhalb der regulären Arbeitszeit für Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte per Internet oder Handy erreichbar seien. Jederzeit erreichbar waren 29 Prozent.

Die aktuelle Studie hat weiter ergeben, dass 87 Prozent aller Berufstätigen mit einem Computer und 67 Prozent mit Handy oder Smartphone arbeiten. Dabei gehe der Trend zum mobilen Arbeiten. Laut Umfrage nutzen 79 Prozent aller Erwerbstätigen für ihre tägliche Arbeit mobile Geräte. 55 Prozent der Beschäftigten, die mobile Geräte nutzen, arbeiten zumindest gelegentlich unterwegs: 22 Prozent arbeiten zeitweise im Auto, 20 Prozent in der Bahn und je 19 Prozent im Hotel sowie in Bussen oder Bahnen des Nahverkehrs.

Regelmäßig zu Hause arbeiten ein Drittel der Befragten, 21 Prozent täglich, 10 Prozent an mehreren Tagen in der Woche und 2 Prozent an einem Tag pro Woche. Weitere 13 Prozent arbeiten zumindest gelegentlich zu Hause. Vier von fünf Berufstätigen meinen, dass sich dadurch Arbeit und Familie besser vereinbaren lassen. 55 Prozent sagen, dass sich bei der Arbeit im Home Office Beruf und Freizeit zu stark vermischen. 26 Prozent meinen, dass die Arbeit von zu Hause die Karriere behindert. (anw)

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