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Drei ehemalige Apple-Mitarbeiter gründen neue Firma für Server-Chips

Mit Nuvia haben drei ehemalige Apple-Chipentwickler ein eigenes Unternehmen gegründet. Sie wollen eine energieeffiziente Server-CPU herausbringen.

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(Bild: pixabay.com)

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Drei frühere leitende Angestellte von Apples Hardware-Engineering-Abteilung haben ein eigenes Unternehmen gegründet, das einen besonders stromsparenden Prozessor für Server in Rechenzentren entwickelt. Wie erst jetzt bekannt wurde, wurde das Start-up Nuvia bereits Anfang dieses Jahres gegründet und konnte inzwischen Geld von mehreren Kapitalgebern einsammeln, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Gerard Williams III, Manu Gulati und John Bruno waren in der Halbleitersparte von Apple unter anderem für die Entwicklung von iPhone-Prozessoren zuständig, schreibt Reuters. Bei Nuvia soll ihre Expertise bei leistungsfähigen und zugleich stromsparenden Chips in die Entwicklung eines neuen Prozessors für Rechenzentren einfließen. Der geplante Prozessor – der mutmaßlich auf ARM-Architektur basieren dürfte – mit dem Codenamen "Phoenix" soll leistungsfähiger, energieeffizienter und sicherer als bisherige Serverprozessoren sein, sagte Williams gegenüber Reuters.

Nuvia konnte laut dem Bericht insgesamt 53 Millionen US-Dollar von mehreren Kapitalgebern einsammeln, darunter die Investitionssparte von Dell. Damit will das Unternehmen seine Mitarbeiterzahl von derzeit 60 bis zum Ende des Jahres auf etwa 100 erhöhen. Genauere Informationen über die Pläne des Unternehmens sowie seine weiteren Führungskräfte und Unterstützer sind derzeit nicht bekannt.

Williams hatte Apple erst im April dieses Jahres verlassen. Er war in der Abteilung Hardware Engineering für die CPU-Kerne in Apples Mobilprozessoren A7 bis A12X verantwortlich. Gulati war acht Jahre lang bei Apple für Systems-on-Chip (SoC) bei Mobilgeräten zuständig und wechselte Mitte 2016 zunächst zu Google, wo er an dessen Pixel-Smartphones arbeitete. Bruno hatte zuvor bei AMD federführend an der "Trinity"-Architektur mitgearbeitet und war 2012 zu Apple gekommen. Er wechselte nach fünf Jahren bei Apple ebenso wie Gulati zunächst zu Google, bevor beide Nuvia mitgründeten.

ARM-Prozessoren gelten mittlerweile in bestimmten Bereichen der Rechenzentrums-IT als Konkurrenz und Alternative zu den CPUs von Intel und AMD. Sie können etwa beim sogenannten Edge Computing die Vorverarbeitung großer Datenmengen für eine Verarbeitung nahezu in Echtzeit besonders energiesparend übernehmen – ein Thema, das beim Aufbau der 5G-Mobilfunknetze eine Rolle spielen dürfte. Die frühere Intel-Chefin Renee James war 2017 an der Gründung des Chipunternehmens Ampere Computing beteiligt, das 2018 einen eigenen ARM-Serverprozessor mit 32 Kernen vorstellte und damit in die Konkurrenz gegen Intels Xeon-Prozessoren einstieg. (tiw)