Menü

Dresden sieht sich bei Mikroelektronik führend in Europa

vorlesen Drucken Kommentare lesen 76 Beiträge

Folgt man den Ausführungen von Dresdens Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), ist die Region Dresden "unbestritten der führende Mikroelektronikstandort in Europa und weltweit auf dem fünften Platz". Jeder zweite europäische Chip werde inzwischen in Dresden produziert, zitierte Hilbert am heutigen Dienstag aus einer neuen Studie zur Bedeutung der Mikroelektronik-Branche für die Region. Gerichtet waren die eindruckvollen Zahlen an die Teilnehmer des Silicon Saxony Day, einer zweitägigen Messe- und Konferenzveranstaltung, die derzeit auf dem Messegelände Dresden stattfindet.

Die Zahl der im Mikroelektronik-Bereich tätigen Unternehmen sei in den vergangenen fünf Jahren von 765 auf derzeit rund 1200 Firmen gewachsen. Statt knapp 20.000 würden heute rund 44.000 Menschen beschäftigt. "Wir haben uns gut platziert, müssen uns aber mit den Weltbesten messen", betonte der Wirtschaftsbürgermeister. Kleine und mittelständische Unternehmen hätten sich in einigen besonderen Marktsegmenten fast lautlos entwickelt und würden heute "Weltmarktpositionen besetzen" – das seien die sogenannten "Hidden Champions".

Angesichts der weltweiten Konkurrenzsituation der Standorte müsse Dresden seine Stärken wie die gute Vernetzung von Industrie und Forschung noch mehr nutzen, führte Hilbert weiter aus. Andererseits fehlten regionale Endanwender, ausländische Spitzenforscher und große Firmensitze. Es müsse auch verhindert werden, dass große Firmen für Neuinvestitionen abwanderten, weil es anderswo mehr Förderung gebe. "Bestandsschutz ohne Neuinvestitionen wäre ein Rückschritt für den Standort", betonte er. Die Europäische Union müsse sich in dem Bereich stärker engagieren und auch Wettbewerbshemmnisse abbauen.

Eine Chance für die Region biete die Teilnahme am Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums, sagte der Sprecher des Industrieverbandes Silicon Saxony, Wolfgang Schmid. Die Technische Universität Dresden trage durch Ausbildung von künftigen Beschäftigten und Forschung zu einer Attraktivitätssteigerung des Standortes bei, sagte Rektor Hermann Kokenge. Wichtiger werde die Weiterbildung. "Wir müssen uns da in Zukunft besser aufstellen." Die Studie, aus der Bürgermeister Hilbert ausgiebig zitierte, wurde im Übrigen von der Stadt Dresden bestellt und auch von ihr bezahlt. (pmz)