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Dresden wird De-Mail-City

So richtig in Schwung gekommen ist De-Mail noch nicht. Zwar gibt es ein paar Nutzer und etliche Kommunen und Behörden mit einer De-Mail-Adresse, doch niemand sieht das System als Alternative zur sicheren Briefpost. Das soll sich nun ändern.

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Die sächsische Landeshauptstadt Dresden schwingt sich zum Vorreiter in Sachen De-Mail auf: Als offizielle "De-Mail-City" will Dresden den schnellen und einfachen Kontakt mit dem Bürger über De-Mail herstellen. Erste praktische Anwendungen neben der allgemeinen Erreichbarkeit unter stadtverwaltung@dresden.de-mail.de sind die Gewerbeanmeldung (unter gewerbeangelegenheiten@dresden.de-Mail.de), die Beantragung des Wohnberechtigungsscheines (unter wohnen@dresden.de-mail.de) oder das Einreichen lokaler Petitionen (unter petition@dresden.de-mail.de).

Dresdens Erster Bürgermeister Dirk Hilbert (l.) mit Vertretern der Telekom und der Dresdner Wirtschaft.

(Bild: heise online/Borchers)

Rund 25 Firmen, Vereine und Landesbehörden sind zum Auftakt bei De-Mail-City dabei. So bietet eine Wohnungsgenossenschaft die Übermittlung der Nebenkostenabrechnung per De-Mail an. Gleich vier größere Anwaltskanzleien bieten die sichere Übermittlung von juristischen Dokumenten an. Als Verein kommuniziert der Dresdener SC 1898 mit seinen Volleyball-Profispielerinnen (deutscher Meister 2014) über De-Mail. Für Dresdener Bürger und Unternehmen ist De-Mail (wie für Bundesbürger anderswo) bis 2015 kostenlos. Wenn die Bürger im Zuge der umfangreichen Marketingkampagne der deutschen Telekom sich eine De-Mail-Adresse zulegen, gibt es einen Einkaufsgutschein über 25 Euro für die "Centrum Galerie".

Zum Auftakt der "digitalen Stadt" verwies der Erste Bürgermeister Dirk Hilbert auf die Vorreiterrolle Dresdens. Nur wenige Wochen nach der Verabschiedung des sächsischen e-Government-Gesetzes setze Dresden es als erste Stadt um. Seitens der Deutschen Telekom betont Michael Hagespihl, wie wichtig die medienbruchfreie, vertrauliche Kommunikation mit den Behörden in Zukunft sein werde. Gemessen an der Zahl der Behörden, die derzeit ein De-Mail-Postfach bei der Telekom unterhalten, habe De-Mail einen rechnerischen "Anwenderradius" von 38 Millionen Personen, ergänzte der T-Systems-Projektleiter Gert Metternich.

Die De-Mail-City Dresden selbst hat nach Ansicht der Experten der ebenfalls beteiligten Unternehmensberatung KPMG zwei Zugpferde im Programm. Die Aussicht, per De-Mail versendete Dokumente ohne qualifizierte Unterschrift als gültige Steuerdokumente oder Gewerbeanmeldungen zu verschicken, sei für Unternehmen wichtig. Die Beantragung von Fördergeldern und Zuschüssen wie dem Wohnberechtigungsschein würde in der Studentenstadt Dresden junge Menschen zur Nutzung von De-Mail animieren. (Detlef Borchers) / (vbr)

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