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Drohnen-Aufklärungssystem: ISIS oder AISIS, das ist die Frage

Das SIGINT-Aufklärungsmodul ISIS soll wieder über Deutschland fliegen – oder auch nicht. In ihrer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion nennt die Bundesregierung eine israelische Alternative.

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Nach dem Stopp des Trägersystems Euro Hawk hat die Bundeswehr vier Möglichkeiten, das Aufklärungsmodul ISIS einzusetzen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Linksfraktion hervor. ISIS könnte in einem Mittelklasse-Passagierflugzeug, in Geschäftsflugzeugen oder in einer Drohne vom Typ Heron TP seine Aufklärungsarbeit aufnehmen. Als Alternative wird erstmals der Kauf eines israelischen Komplettsystems genannt.

Noch sind nach Angaben der Bundesregierung die Experten dabei, auf Basis eines Gutachtens über den künftigen Einsatz von ISIS Lösungsvorschläge zu entwickeln, wie das "Juwel deutscher Rüstungstechnik" (Regierungssprecher Stefan Paris) fliegen und Funksignale auswerten kann. Die Lösungsvorschläge sollen bis zum Ende des ersten Quartals 2014 dem Generalinspekteur der Bundeswehr zur "abschließenden Auswahlentscheidung" vorgelegt werden.

Zur Auswahl stehen nach Auskunft der Regierung:

  • ein Mittelklasse-Passagierflugzeug wie der Airbus A319CJ, Geschäftsreiseflugzeuge wie Gulfstream G550 oder Bombardier G5000 mit erhöhter Nutzlast oder eine unbemannte Drohne wie Heron TP

Darüber hinaus gibt es zwei Varianten, bei denen die Bundeswehr komplett auf ISIS verzichten und stattdessen israelische Technik einsetzen würde:

  • das israelische Komplettsystem AISIS, das in einer Bombardier G5000 ausgeliefert wird oder ein gebrauchter Gulfstream-Jet, in dem die AISIS-Technik eingebaut wird.

Aus der Werbung für AISIS

(Bild: iai.co.il)

Käme eine der Varianten mit israelischer Technik zum Einsatz, so wäre auch die Investition von ungefähr 250 Millionen Euro in das ISIS-Juwel wie das übrige Euro Hawk-Projekt ein rüstungspolitischer Fehlschlag.

Für den Fragesteller Andrej Hunko ist die Antwort der Bundesregierung unzureichend, weil überhaupt nicht geklärt sei, was ISIS als "fliegender Datenstaubsauger" technisch leiste. "Ich fordere die Verteidigungsministerin Frau von der Leyen deshalb auf, das ISIS am Boden zu belassen und die Öffentlichkeit vollumfänglich über Wirkungsweise und Einsatzformen des Gerätes aufzuklären", erklärte der Bundestagsabgeordnete. (mho)