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Drohnen-Wettfliegen: Teenager gewinnen Weltmeisterschaft

Vier Tage wurde in China um die Wette geflogen. Ein 15-jähriger Australier und eine 11-Jährige gehen als Goldmedaillengewinner aus 134 Teilnehmern hervor.

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2018 FAI World Drone Racing Championships: Teenager gewinnen erste offizielle Weltmeisterschaft

Los geht's! Vier Drohnen beim Start zu einem Wettflug.

(Bild: Christian Fedder)

Vom 1. bis 4. November fanden in Shenzhen bei Hongkong die ersten offiziellen Weltmeisterschaften im Drohnenrennen statt. An dem von der Fédération Aéronautique Internationale (FAI) durchgeführten Wettkampf nahmen Teams aus 34 Ländern teil, darunter auch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Jedes Land durfte bei dem Wettbewerb bis zu fünf Teilnehmer ins Rennen schicken, geflogen wurde in den Kategorien "Straight Line" – einer Art Drag Racing – und im Parcours. In den unterschiedlichen Klassen winkten bis zu 24.000 US-Dollar Preisgeld.

Während der erste Tag hauptsächlich organisatorischen Dingen wie der technischen Abnahme der selbst konstruierten Drohnen gehörte, fanden an den Folgetagen eine beeindruckende Eröffnungszeremonie, Qualifikationsläufe und das Finale statt.

Besonders freuen konnte sich Bastian Hackl aus Österreich über seine Leistung und das Erreichen des zweiten Platzes. Den Titel des Weltmeisters durfte der 15-jährige Rudi Browning aus Australien mit nach Hause nehmen. Die Goldmedaillengewinnerin bei den Frauen war sogar noch jünger: Die schon vor dem Turnier als Favoritin gehandelte Wanraya Wannapong aus Thailand ist gerade erst elf Jahre alt.

2018 FAI World Drone Racing Championships (21 Bilder)

Ein Blick auf die Rennstrecke bei Tageslicht.
(Bild: Christian Fedder)

Dass die Organisatoren aus Shenzhen sich das Event einiges haben kosten lassen, war durchaus bemerkbar. Durchführung und mediale Aufbereitung waren weitaus professioneller als Vorgängerveranstaltungen ähnlicher Art. So mussten die Piloten auf ihren Rennmaschinen zusätzlich Kameras installieren, damit der YouTube-Kanal der "FAI Air Sports" mit Material gefüttert werden konnte.

Die üppigen Eintrittspreise von umgerechnet bis zu 110 Euro für ein Tagesticket dürften dafür gesorgt haben, dass Interessierte die Rennen lieber zuhause am Bildschirm verfolgten, als sich auf den Weg zum Shenzhen Universiade Sports Centre zu machen. So blieben die Ränge größtenteils leer – leider, denn die einzelnen Rennen waren für die Zuschauer vor Ort trotz Fluggeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometer gut zu verfolgen und durchweg spannend.

Noch tiefer in die Tasche greifen mussten die Sponsoren der Veranstaltung. Gerüchteweise sollen sie siebenstellige Euro-Beträge gezahlt haben – beeindruckende Zahlen für einen Nischensport. Shenzhen ist allerdings der Standort vieler Hardwarehersteller von Drohnenbauteilen und manche der deutschen Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, einmal persönlich die Produktionsstätten ihrer Fluggeräte zu besuchen.

Das deutsche Team war insgesamt zufrieden. "Von uns sind alle unter die Top 100 gekommen. Justin Meier erreichte unter den Junioren sogar Platz 28", sagte Sven "Dippi" Claar, einer der deutschen Piloten. Einige Teilnehmer hängten noch ein paar Tage an ihren Trip nach Südostasien an, um ihre Drohnen durch die Häuserschluchten Hongkongs zu jagen.

Ob der World Cup im nächsten Jahr wieder in Shenzhen stattfindet, ist derzeit noch offen, die Option darauf haben sich die chinesischen Gastgeber gesichert. (Christian Fedder) / (olb)

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