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Drohnen aus Österreich für Südkorea

Die österreichische Firma Schiebel liefert nach einem Bericht der Wiener Zeitung Die Presse etwa zehn Camcopter S-100 an die südkoreanische Armee. Ende 2012 hatte das österreichische Außenministerium Bedenken angemeldet, weil das Geschäft aus Sicht der Behörde die Stabilität in der Region gefährden könne. Im Wirtschaftsministerium sah man die Sache anders: Schiebels S-100 sei ein reines Aufklärungsgerät, das "in Hinblick auf Endverwender und Endverwendungszweck" keine Gefährdung darstelle.

Der Camcopter S-100 ist eine Hubschrauberdrohne, die sechs Stunden in der Luft bleiben kann, eine maximale Geschwindigkeit von 220 Km/h erreicht und eine Nutzlast von 50 Kilogramm bewegen kann. Üblicherweise werden an dem Gerät verschiedene Aufklärungssensoren geflogen, wie Schiebel-Videos zeigen. In Südkorea sollen die S-100 offenbar die Remo H-C-100 ergänzen, die lokal von Ucon Systems für die Armee gebaut werden, aber bei sonst gleichen Werten nur eine Stunde lang fliegen können und damit einen erheblich kürzeren Einsatzradius haben.

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Die nun gestattete Lieferung von Schiebel an Südkorea ist nicht die erste umstrittene Lieferung des österreichischen Herstellers. Die Firma hatte in der Vergangenheit auch das Regime von Ghaddafi in Libyien beliefert, umd zwar mit der Begründung, die Aufklärer würden helfen, in Not geratene Bootsflüchtlinge aufzuspüren. Österreich selbst beabsichtigt nach einem Bericht des Standard, für das Bundesheer noch im Jahr 2013 sechs Aufklärungsdrohnen der Hubschrauberklasse für rund vier Millionen Euro zu kaufen. (Detlef Borchers) / (dwi)

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