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Dropbox-Bugfix: Gelöschte Dateien in Nutzerkonten wiederauferstanden

Vor Jahren gelöschte Dateien sind in den Nutzerordnern des Cloud-Dienstes Dropbox "auferstanden". Die Dateien waren durch "inkonsistente Metadaten" weiterhin gespeichert – und tauchten während der Problembehebung erneut beim Nutzer auf.

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Dropbox

(Bild: dpa, Armin Weigel)

Der Cloud-Speicherdienst Dropbox ist seinem Versprechen, gelöschte Nutzerdaten innerhalb von 60 Tagen nach Löschung durch den Nutzer vollständig vom eigenen Server zu entfernen, offenbar acht Jahre lang nicht nachgekommen. Der Bug, welcher die gelöschten Dateien in eine Art Quarantäne-Zustand versetzte statt sie permanent zu löschen, soll mittlerweile aber behoben sein.

Die Stellungnahme von Dropbox wurde am 19.01.2017 im hauseigenen Nutzerforum veröffentlicht.

(Bild: Screenshot)

Im Support-Forum des Cloud-Dienstes Dropbox beklagten sich Nutzer darüber, vor Jahren gelöschte Dateien wieder in ihren Dropbox-Ordnern auffinden zu können. Das Problem tauchte unabhängig davon auf, ob sich Nutzer mit alten Endgeräten und den Dropbox-Zugängen darauf verknüpften oder nicht.

"Normalerweise entfernen wir Dateien und Ordner spätestens 60 Tage, nachdem ein Nutzer sie gelöscht hat, vollständig von unseren Servern", schrieb ein Dropbox-Mitarbeiter weiterhin im Forum. Die von dem Softwarefehler betroffenen Dateien und Ordner hätten jedoch "inkonsistente Metadaten" gehabt und seien deswegen in einer "Quarantäne" aufbewahrt und vom normalen Löschprozess ausgeschlossen worden.

Laut dem Mitarbeiter wurden weder die Accounts gehackt noch seien die Daten Dritten in die Hände gefallen. Im Zuge der Problembehebung hätten die Bearbeiter betroffene Dateien, die noch nicht gänzlich von den Servern gelöscht wurden, wiederhergestellt. Dass die Nutzer diese gelöschten Dateien wieder in ihren Konten zu Gesicht bekommen hatten, sei der Fehler von Dropbox, erläutert das Unternehmen.

Der acht Jahre bestehende Bug war dem Unternehmen also bekannt, bevor das Wiederauftauchen von Dateien im Forum zur Sprache kam. Dies kreiden die Nutzer im Forum genauso an wie die Tatsache, dass Dropbox nicht umgehend seine Nutzer informierte, als die ersten vermeintlich gelöschten Dateien sich wieder synchronisierten.

Verärgerte Nutzer beschweren sich im Dropbox-Forum über verzögerten Informationsfluss.

Nach dem Hack-Angriff auf Dropbox im vergangenen Jahr und dem jetzigen Verdacht, der eigene Account könnte unsicher sein, empfiehlt es sich, die eigenen Cloud-gespeicherten Dateien zu verschlüsseln. Das spendenbasierte Open-Source-Tool Cryptomator oder VeraCrypt bieten sich hierfür an. (lel)

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