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Computex

Dual-Core-Atom für Netbooks, Spezial-Atom für Tablets

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Designstudie Canoe Lake: Dünnes Atom-Netbook ohne Lüfter

(Bild: Intel)

Die Spekulationen über Oak Trail treffen zu: Intel will tatsächlich eine Spezialversion der x86-Smartphone-Plattform Moorestown (mit Atom Z600) für Tablets liefern, allerdings erst ab 2011. Dann kommt mit Oak Trail eine Chip-Kombination aus Atom Z600 alias Lincroft im Verbund mit einer speziellen Southbridge namens Whitney Point. Letztere ist, anders als der bei Moorestown vorgesehenen Platform Controller Hub (PCH) MP20 alias Langwell, auch für "normale" Betriebssysteme wie Windows oder bisherige Linux-Versionen geeignet, die ein BIOS oder EFI zum Booten benötigen. Im Unterschied zum MP20, der ein SFI-taugliches Betriebssystem benötigt, besitzt Whitney Point etwa auch einen SATA-Port.

Anders als der GMA-3150-Grafikkern in den aktuellen Atoms N450 und N470 für Netbooks sowie in den Nettop-Prozessoren Atom D410 und D510 soll die PowerVR-Grafik des Oak Trail HD videotauglich sein bis zum Full-HD-Format. Mit den Windows- und Linux-Treibern für die PowerVR-Grafik GMA 500 im noch aktuellen Atom Z500 gab es allerdings viele Probleme. Intel betont, dass sich Oak Trail auch für Netbooks eigne – in manchen besonders kompakten Subnotebooks (wie dem Sony Vaio P) steckt der besonders sparsame Atom Z500. Er kommt aber auch in einigen Notebooks mit 11,6- beziehungsweise 12-Zoll-Displays zum Einsatz, weil Intel die "normalen" Netbook-Atoms bislang nur für Mobilcomputer mit höchstens 10 Zoll Bildschirmdiagonale verkauft hat – oder zumindest spezielle Rabatte dafür gewährte. Damit wollte Intel wohl auch verhindern, dass billige Atoms in den Marktsegmenten teurerer Prozessoren wildern.

Canoe Lake mit Dual-Core-Atom

Angeblich hat Intel diese Beschränkung aber kürzlich gelockert – möglicherweise angesichts wachsender Netbook-Prozessorkonkurrenz einerseits von AMD und andererseits von ARM. Nun kündigt Intel auch noch Dual-Core-Atoms für Netbooks an – bisher gab es solche nur als stromdurstigere Nettop-Versionen. Netbooks mit Atom-Doppelkernen sollen rechtzeitig zur "Holiday Season" im Handel sein, also ungefähr zum Weihnachtsgeschäft.

Ab sofort verkauft Intel hingegen mit Atom N455 und N475 die ersten Netbook-Prozessoren mit DDR3-Speicher-Controller – das dürfte weder Performance noch Leistungsaufnahme wesentlich beeinflussen, sondern ist eher dem Umstand geschuldet, dass DDR3-SDRAM zumindest im OEM-Geschäft allmählich DDR2-Speicher als Mainstream-Produkt verdrängt und deshalb besser und billiger verfügbar ist. Auch die Nettop-Atoms D425 und D525 für stationäre Billigcomputer sollen mit DDR3-Unterstützung kommen, aber erst ab 21. Juni.

Mit Canoe Lake zeigte Intel auf der Computex das Design-Konzept eines lüfterlosen Netbooks, das lediglich 14 Millimeter dick ist. Grundsätzlich sollen darin auch Dual-Core-Atoms funktionieren. Zu Akkulaufzeit, Preis und möglichen Herstellern machte Intel keine Angaben. Mehrere Festplattenhersteller haben mittlerweile besonders flache 2,5-Zoll-Laufwerke für dünne Netbooks im Angebot, die lediglich 7 statt 9,5 Millimeter dick sind. (ciw)