Duden-Verlag entdeckt "Web 2.0"

Während das Bibliographische Institut nach Wegen aus der Krise sucht, nimmt das Duden-Wörterbuch in seiner 25. Auflage neue Begriffe aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Internet in seinen Index auf.

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"Blogosphäre", "Abwrackprämie" und "Komasaufen" haben jetzt den Segen der Duden-Redaktion.

(Bild: Screenshot)

"Twittern" ist nun künftig auch mit Segen des Bibliographischen Institutes möglich: Die am Dienstag erscheinende 25. Auflage des berühmten Wörterbuches der deutschen Sprache kennt diesen Begriff nun ebenso wie die "Blogosphäre" oder das "Web 2.0". Unter den 135.000 Stichworten finden sich 5000 neue, darunter viele politische und wirtschaftliche wie "Abwrackprämie", "Bad Bank", "Einbürgerungstest", "Gesundheitsfonds" oder "Integrationsgipfel". Auch gesellschaftlich-kulturelle Entwicklungen wie "vorglühen", "Komasaufen" oder "fremdschämen" fanden Eingang in das Wörterbuch, während der degradierte Pluto offiziell als "Zwergplanet" wiedergeboren wurde.

"Die Sprache wandelt sich vor allem durch das Internet und andere elektronische Medien intensiver und schneller als je zuvor", meint Marion Winkenbach vom Duden-Verlag. Deshalb schafften es auch vergessene Begriffe wie "ehegestern", "Genüssling" oder "Federbüchse" nicht mehr in die Neuausgabe.

Ein ähnliches Schicksal könnte auch dem Bibliographischen Institut selbst drohen, nachdem der vor 183 Jahren gegründete Verlag letztes Jahr 32,8 Millionen Euro Verlust machte. Hoffnungen setzt das zur Berliner Cornelsen-Gruppe gehörende Unternehmen, das unter anderem die Marken Duden und Meyers besitzt, vor allem auf Schulbücher, Kalender und auf den elektronischen Rechtschreibkorrektor; aus dem Geschäftsfeld Lexika hat sich das Bibliographische Institut nach dem Verkauf von Brockhaus zurückgezogen. (heb)