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Verkehr der Zukunft: Düsseldorf wird zum Testfeld

Beim autonomen Fahren spielt der Datenaustausch zum Verkehr eine wesentliche Rolle. In Düsseldorf wird ein Kommunikationssystem getestet, das vor Gefahren warnt, die der Fahrer noch nicht sieht.

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Ein Mann fährt auf der Autobahn 81 bei Abstatt in einem Auto, das als Prototyp für autonomes Fahren genutzt wird.

(Bild: dpa, Daniel Naupold/Archiv)

In Düsseldorf wird der Straßenverkehr der Zukunft getestet. In einem Versuchsprojekt kommt auf einem Teil des Stadt- und Autobahnverkehrs automatisiertes und vernetztes Fahren zur Anwendung. Über ein neues Kommunikationssystem an insgesamt 20 Kilometern Straße sollen von Juli an Ampeln und andere Verkehrsanlagen digitale Verkehrsdaten mit den Testfahrzeugen austauschen, teilte das Aachener Institut für Kraftfahrtechnik (ika) mit.

"Autos wissen zukünftig quasi in Echtzeit, wann auf der Route plötzlich ein Stau entsteht, eine Straßen- oder Tunnelsperrung vorliegt oder eine Rettungsgasse gebildet werden muss", teilte das ika als einer von zwölf Projektpartnern mit. Die Systeme warnen vor Gefahren, die für den Fahrer noch nicht sichtbar seien. Damit könne der Verkehr sicherer und der Verkehrsfluss optimiert werden.

Für das Versuchsprojekt würden auch Busse der Rheinbahn technisch ausgestattet. Getestet werden einzelne Anwendungen, die beim automatisierten Fahren wesentlich sind – etwa der Austausch und die Verarbeitung von Verkehrsinformationen. Dafür gebe es ein Kommunikationssystem an der Strecke mit Datenerfassung, -transfer und -verarbeitung.

"Damit schaffen wir die Voraussetzungen, automatisierte und vernetzte Fahrzeuge systematisch zu testen und somit möglichst sicher gestalten zu können", sagte ika-Leiter Professor Lutz Eckstein. In einem abgestuften System geht es beim automatisierten Fahren von der Übernahme einiger Fahrfunktionen durch die Technik bis hin zum fahrerlosen Fahren. Noch gibt es keine marktreifen autonomen Autos. Aber viele Unternehmen forschen daran, auch sieben deutsche Universitäten unter Beteiligung des ika.

Zum Testfeld gehört der Bereich Autobahndreieck Heerdt mit der A 57 und der A 52, Rheinalleetunnel, Rheinkniebrücke, Stadtteil Friedrichstadt und ein Parkhaus. Bundesweit sind 14 digitale Testfelder fürs automatisierte und vernetze Fahren geplant, mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen. (bme)