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Dumme SSDs für große Datenmengen

Bislang erledigen SSDs ihre Verwaltungsaufgaben selbst. Openchannel-SSDs aber sollen viele Funktionen dem NVMe-Treiber überlassen.

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Dumme SSDs für große Datenmengen

Der chinesische Hersteller Shannon Systems hat auf dem Flash Memory Summit die Einführung seiner Openchannel-SSDs bekanntgegeben. Unter dem Projektnamen "The Venice" sind die SSDs nun beim chinesischen Onlinehändler Alibaba im Einsatz.

Openchannel-SSDs stellen im Prinzip nur das nackte Flash über eine eigene Software-Schnittstelle zur Verfügung. Physisch kommen U.2-Medien oder PCIe-Steckkarten zum Einsatz. Die Verwaltung des Flash-Speichers, die Zuordnung der Flash-Zellen zu einer logischen Adresse oder auch die Garbage-Collection obliegen dem NVMe-Treiber im Betriebssystem.

Shannon Systems verspricht einige Vorteile. So können etwa die Applikationen beim Treiber anmelden, welche Performance sie benötigen – der Treiber teilt dann die vorhandenen Ressourcen auf. Auch der Speicherplatz kann beliebig auf die Anwendungen verteilt werden. Vor allem bei Datenbank-Anwendungen soll sich das lohnen, sagte Shannon-Chef Xueshi Yang in seiner Keynote. MariaDB unterstützt die notwendigen Funktionen seit Version 10.2.

Aktuell hat Shannon Systems zwei Openchannel-SSDs im Programm: Eine Steckkarte mit bis zu 7,6 TByte mit PCIe 3.0 x8 und eine U.2-SSD mit gleicher und halber Kapazität. Die Steckkarte soll bis zu 1.000.000 IOPS beim Lesen erreichen, die U.2-Version (PCIe 3.0 x4) noch 800.000. Beim Schreiben sind die SSDs mit Werten zwichen 140.000 und 180.000 IOPS deutlich langsamer.

Linux unterstützt seit geraumer Zeit Openchannel-SSD mit dem Projekt LightNVM. Microsoft hat vor einigen Monaten ebenfalls die Unterstützung dafür vorgestellt; zusammen mit den CNEX Labs hat das Unternehmen das Projekt Denali ins Leben gerufen. Ergebnisse sind bislang noch nicht bekannt; nach der Fertigstellung soll es im Rahmen des Open Compute Projects als Standard veröffentlicht werden.

[Update:] Ein im Prinzip ähnliches Konzept setzt Apple in neuen MacBooks und im iMac Pro um: Darin steuert der T2-Chip ebenfalls "dumme" Flash-Module an. (ll)

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